Bitcoin nähert sich einer Umlaufmenge von 20 Millionen, über 95 % sind bereits geschürft. Die letzten 1 Million werden voraussichtlich in einem Jahrhundert abgebaut, was die Knappheit erneut in den Fokus rückt.
„König der Kryptowährungen“ Bitcoin steht vor einem symbolträchtigen Meilenstein: Die 20-Millionen-Marke wird bald erreicht. Laut der On-Chain-Datenplattform Clark Moody Dashboard sind derzeit 19.996.979 Bitcoin im Umlauf, nur noch etwa 3.000 fehlen, um die 20-Millionen-Marke zu knacken. Basierend auf der Blockproduktionsrate wird dies in etwa 7 Tagen geschehen.
Damit werden von den insgesamt 21 Millionen Bitcoin über 95 % in den Markt gelangen, während die verbleibenden 1 Million voraussichtlich mehr als ein Jahrhundert benötigen, um vollständig abgebaut zu werden.
Bildquelle: glassnode
Der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto schrieb bei der Entwicklung des Protokolls die Obergrenze von 21 Millionen in den Code, um eine Währung mit „absoluter Knappheit“ zu schaffen – im klaren Gegensatz zu den von Zentralbanken jederzeit erweiterbaren Fiat-Währungen.
Obwohl Nakamoto nie öffentlich erklärte, warum genau die Zahl 21 Millionen gewählt wurde, gilt diese unüberwindbare Grenze für Bitcoin-Anhänger als unantastbarer Glaube. Für sie ist jede Änderung der Obergrenze ein fundamentaler Verrat an der Idee des „harten Geldes“.
Die Knappheit von Bitcoin wird oft mit Gold oder Öl verglichen. Im traditionellen Rohstoffmarkt reagieren Produzenten auf steigende Preise, indem sie die Förderung erhöhen oder neue Lagerstätten erschließen, um das Angebot zu steigern und die Preise zu stabilisieren. Bei Bitcoin ist das anders: Da die Emissionskurve transparent und unveränderlich ist, kann die Versorgung unabhängig vom Marktpreis nicht beschleunigt werden.
Die Abbaugeschwindigkeit von Bitcoin verlangsamt sich durch sogenannte „Halvings“, die etwa alle vier Jahre stattfinden. Dabei halbiert sich die Blockbelohnung für Miner, was die Rate der neuen Coins verringert. Derzeit liegt die Inflationsrate bei unter 1 %, und täglich werden nur noch etwa 450 neue Coins ausgegeben.
Bei diesem Tempo wird die 99 %-Marke der Gesamtversorgung bis Januar 2035 erreicht sein, während die letzte vollständige Bitcoin voraussichtlich erst im Jahr 2105 geschürft wird. Die kleineren Restmengen werden bis etwa 2140 kontinuierlich ausgegeben.
Nach Abschluss der Bitcoin-Emissionen werden Miner nicht mehr auf Blockbelohnungen angewiesen sein, sondern ausschließlich auf Transaktionsgebühren zur Aufrechterhaltung ihrer Einnahmen. Das bedeutet, dass die langfristige Sicherheit und das wirtschaftliche Modell des Bitcoin-Netzwerks letztlich von der Transaktionsnachfrage abhängen, die die Miner-Einkünfte tragen kann.
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