Web3 Sicherheitsunternehmen CertiK berichtet, dass die weltweiten Schlosser-Angriffe im Jahr 2025 72 Fälle erreichen werden, ein Anstieg um 75 % im Vergleich zum Vorjahr. Angreifer zwingen Opfer durch Gewalt, Entführung und andere Mittel, private Schlüssel herauszugeben, was zu Verlusten von über 40,9 Millionen US-Dollar führt. Europa gilt als Hochrisikoregion. Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von CertiK, zusammengestellt, übersetzt und verfasst von Foresight News.
(Vorgeschichte: Ethereum-Handelsvolumen erreicht Rekordhoch, löst Sicherheitswarnungen aus! „Dust-Angriffe“ treiben Handelszahlen in die Höhe, hinter dem Boom lauert eine Gefahr)
(Hintergrund: On-Chain-Detektiv ZachXBT: Ein Wallet wurde durch „Social Engineering“-Angriffe um 2,82 Milliarden USD BTC, LTC beraubt)
Inhaltsverzeichnis
Am 2. Februar veröffentlichte das Web3-Sicherheitsunternehmen CertiK den „Skynet Schlosser-Angriffsbericht“, der zeigt, dass körperliche Gewalt gegen Krypto-Besitzer von Extremfällen zu einer strukturellen Gefahr wird. Mit zunehmender Sicherheit bei Krypto-Assets breiten sich diese Angriffe, die technische Sicherheitsmaßnahmen umgehen und direkt auf „Menschen“ abzielen, rasch aus.
Der Bericht zeigt, dass im Jahr 2025 weltweit 72 bestätigte Schlosser-Angriffe registriert wurden, ein Anstieg um 75 % gegenüber 2024. „Schlosser-Angriffe“ bezeichnen Angriffe, bei denen Täter durch Gewalt, Einschüchterung, Entführung und andere physische Mittel Opfer zwingen, private Schlüssel oder Passwörter herauszugeben. Diese Angriffe basieren nicht auf technischen Schwachstellen, sondern richten sich direkt gegen die Personen hinter den Krypto-Assets.
Betrachtet man die Angriffsformen, zeigt sich im Jahr 2025 eine deutliche Eskalation der Gewalt. Entführungen bleiben die häufigste Methode, mit 25 Fällen im Jahr; direkte Angriffe auf Personen steigen um 250 % im Vergleich zum Vorjahr und sind eine der wichtigsten Veränderungen.
Geografisch wurde Europa erstmals zur globalen Hochrisikoregion. Im Jahr 2025 entfielen über 40 % der bekannten Vorfälle auf Europa, wobei Frankreich die höchste Zahl an Angriffen verzeichnete, mehr als die USA. CertiK weist in dem Bericht darauf hin, dass diese Veränderung nicht bedeutet, dass das Risiko in Nordamerika verschwindet, sondern dass solche Verbrechen sich in komplexere Rechtssysteme und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausdehnen.
Finanziell gesehen beliefen sich die bestätigten Verluste durch Schlosser-Angriffe im Jahr 2025 auf über 40,9 Millionen USD, ein Anstieg um 44 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Bericht warnt jedoch, dass aufgrund niedriger Meldebereitschaft der Opfer, Angst vor Repressalien, steuerliche oder grauzonenhafte Vermögenswerte diese Zahl nur die „Spitze des Eisbergs“ ist.
Durch den Vergleich von Angriffsmustern zeigt der Bericht, dass die Schlosser-Angriffe 2025 eine klare Abkehr von den frühen spekulativen, fragmentierten Merkmalen vollzogen haben und in eine Phase der Professionalisierung und Industrialisierung eingetreten sind. Angreifer agieren häufig in Form transnationaler krimineller Gruppen, die Wochen vor den Angriffen Vorbereitungen treffen, Open-Source-Intelligenz (OSINT) nutzen, um digitale Spuren zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren und sogar Signalstörer, Faraday-Taschen und andere professionelle Geräte einsetzen, um die Kommunikation der Opfer abzuschneiden.
Bemerkenswert ist, dass die Zielgruppen der Angreifer sich ausweiten. Während Top-Manager und Projektgründer weiterhin hohe Wertschätzung genießen, zielen Angreifer nun auch auf Privatpersonen mit geringeren Beständen ab. Zudem nutzen sie zunehmend „assoziierte Ziele“, indem sie durch Drohungen gegen Ehepartner, Kinder oder Eltern psychologischen Druck ausüben.
Mit steigenden Sicherheitsstandards bei Technik wird das „Systemknacken“ immer schwieriger, während „Drohungen gegen Personen“ kostengünstiger und effizienter werden. Dieses Paradoxon macht die persönliche Sicherheit zum schwächsten und am leichtesten zu übersehenden Glied in der aktuellen Krypto-Ökologie.
Der Bericht gibt eine Reihe von Sicherheitsratschlägen für Privatpersonen und Organisationen: Auf individueller Ebene wird empfohlen, „Lock-Pouches“ zur Risikominderung bei Erpressungen zu verwenden, geographisch getrennt Passwörter zu speichern, und Verschlüsselungs-Apps auf Alltagsgeräten zu entfernen; auf Organisationsebene sollten Multi-Signature-Mechanismen, Time-Lock-Verträge und Transaktions-Mechanismen eingesetzt werden, außerdem sollte Sicherheitsschulung auf Familienmitglieder und Mitarbeiter ausgeweitet werden.
CertiK betont im Fazit, dass die Entwicklung im Jahr 2025 zeigt, dass Schlosser-Angriffe zu einer eigenständigen Kriminalitätsform in der Krypto-Ökologie geworden sind. Das reine Vertrauen auf Passwörter reicht nicht mehr aus, um Risiken zu begegnen. Der Übergang vom „Schutz der Vermögenswerte“ zum „Schutz der Menschen“ durch systematisches Design, um Erpressungsversuche zu verringern, könnte zukünftig ein entscheidendes Thema für die Branche werden.
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