Russisches Justizministerium entwirft strafrechtliche Sanktionen für nicht konforme Bitcoin-Mining-Infrastruktur

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Russland bereitet sich darauf vor, seine Reaktion auf illegales Bitcoin- und Kryptowährungs-Mining erheblich zu verschärfen.

Konkret würden neue Vorschläge des Justizministeriums schwere strafrechtliche Sanktionen für unerlaubtes Mining einführen, darunter hohe Geldstrafen, Zwangsarbeit und Freiheitsstrafen.

Die Initiative kommt ein Jahr, nachdem Russland das Kryptowährungs-Mining formell legalisiert hat. Um anhaltende Verstöße zu bekämpfen, hat das Justizministerium Änderungen sowohl am Strafgesetzbuch als auch am Strafprozessrecht ausgearbeitet.

Bemerkenswert ist, dass die Vorschläge auf dem offiziellen Internetportal für Rechtsinformationen veröffentlicht wurden, was darauf hindeutet, dass der legislative Überprüfungsprozess nun im Gange ist.

Im Mittelpunkt des Plans steht die Schaffung eines neuen Straftatbestands, der ausdrücklich das Digitalwährungs-Mining außerhalb des staatlichen Registrierungssystems verbieten würde. Zudem würde dieselbe Bestimmung für Betreiber von Mining-Infrastruktur gelten, die bestehende regulatorische Anforderungen verletzen.

Beamte argumentieren, dass stärkere Durchsetzungsinstrumente notwendig seien, da die freiwillige Einhaltung trotz der Einführung eines rechtlichen Rahmens bislang begrenzt geblieben sei.

Strafen zielen auf nicht registriertes Mining ab

Nach den Entwürfen könnten Personen, die ohne ordnungsgemäße Registrierung minen, mit Geldstrafen von bis zu 1,5 Millionen Rubel belegt werden. Außerdem könnten Gerichte bis zu 480 Stunden Zwangsarbeit oder 2 Jahre Zwangsarbeit verhängen.

Diese Strafen sollen kleine und mittelständische Betreiber davon abhalten, außerhalb des Gesetzes zu agieren. Für schwerwiegendere Verstöße schlagen Gesetzgeber jedoch deutlich härtere Strafen vor.

Laut Interfax würden bei Fällen mit großem Gewinn oder organisierten kriminellen Gruppen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verhängt.

Einkommensschwellen bestimmen die Schwere

Die vorgeschlagene Gesetzgebung legt klare finanzielle Schwellen fest, die bestimmen, wann Mining-Aktivitäten als strafbar gelten. Konkret wird „erheblicher Schaden“ oder „großer Gewinn“ als Einkünfte von mindestens 3,5 Millionen Rubel definiert.

Die Strafen verschärfen sich weiter, wenn Verstöße organisierte Gruppen betreffen oder die Einkünfte 13,5 Millionen Rubel übersteigen. In solchen Fällen können Gerichte höhere Geldstrafen, verlängerte Zwangsarbeit oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verhängen. Das konkrete Urteil wird vom Umfang und den Umständen des jeweiligen Falls abhängen, wobei die Richter Ermessensspielraum haben.

Rechtlicher Rahmen für Mining ab 2024 eingeführt

Der Durchsetzungsschub baut auf dem Legalierungsrecht für das Mining auf, das am 1. November 2024 in Kraft trat. Das Gesetz erlaubt Kryptowährungs-Mining durch Unternehmen, Einzelunternehmer und Privatpersonen.

Unternehmen und Betreiber von Mining-Infrastruktur sind verpflichtet, sich beim Federal Tax Service zu registrieren und Steuern zu zahlen. Privatpersonen, die weniger als 6.000 Kilowattstunden Strom pro Monat verbrauchen, sind von der Registrierung befreit. Sie müssen jedoch weiterhin die abgebauten digitalen Vermögenswerte deklarieren.

Der Rahmen wurde entwickelt, um den Sektor zu formalisieren und gleichzeitig Chancen für Kleinstminen zu bewahren.

Anhaltende Compliance-Lücken

Trotz der neuen Regeln ist die Einhaltung bislang schwach geblieben. Bis Ende Mai 2025 meldete der Federal Tax Service nur 1.000 registrierte Mining-Unternehmen landesweit.

Weitere Schätzungen deuteten darauf hin, dass weniger als ein Drittel der Mining-Firmen ihre Aktivitäten offengelegt hatten. Die Gesamtzahl der aktiven Krypto-Farmen wurde auf fast 200.000 geschätzt, was das Ausmaß der unregulierten Aktivitäten verdeutlicht.

Behörden haben viele dieser Anlagen mit Steuerhinterziehung und unerlaubtem Stromverbrauch in Verbindung gebracht.

Energiebelastung verstärkt Durchsetzungsmaßnahmen

Die rasche Expansion der Mining-Aktivitäten hat auch die regionalen Stromnetze zunehmend belastet. Sowohl legale als auch illegale Anlagen haben in mehreren Regionen zu Stromknappheit geführt.

Als Reaktion darauf haben Beamte vorübergehende oder dauerhafte Mining-Beschränkungen in etwa einem Dutzend Regionen verhängt. Diese Energieeinschränkungen haben die Durchsetzungsagenda der Regierung verschärft. Folglich wird illegales Mining zunehmend als Bedrohung für die fiskalische Überwachung und kritische Infrastruktur angesehen.

Politische Signale und politische Dynamik

Die vorgeschlagenen strafrechtlichen Sanktionen stehen im Einklang mit früheren Regierungsbekundungen. So bestätigte beispielsweise im Dezember Vizepremier Alexander Novak Pläne, strafrechtliche Verantwortlichkeit für Stromdiebstahl im Zusammenhang mit Kryptowährungs-Mining einzuführen. Zudem skizzierte er administrative Sanktionen für weniger schwere Verstöße.

Berichte in der russischen Presse deuteten darauf hin, dass die Behörden ihre Bemühungen zur Eindämmung der Schattenwirtschaft beschleunigen, wobei das Krypto-Mining als vorrangiges Ziel gilt.

Was kommt als Nächstes

Wenn die Vorschläge umgesetzt werden, würden sie die Risiken für nicht registrierte Miner erheblich erhöhen. Insgesamt spiegeln die Maßnahmen Moskaus Entschlossenheit wider, das Kryptowährungs-Mining vollständig in die formelle Wirtschaft zu integrieren und gleichzeitig Steuereinnahmen und Energiesicherheit zu wahren.

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GetBetter.vip
· 2025-12-30 15:35
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