ETFs werden in großer Zahl gelistet, aber die Coin-Preise fallen – Ist die ETF-Zulassung wirklich noch ein positiver Faktor?

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Autor: zhou, ChainCatcher

In den letzten Wochen wurden Spot-ETFs für eine Reihe von aufstrebenden Krypto-Projekten wie DOGE, XRP, Solana (SOL), Litecoin (LTC), Hedera (HBAR) und Chainlink (LINK) nacheinander genehmigt und gelistet. Entgegen der allgemeinen Markterwartung sind die Preise dieser Vermögenswerte nach der ETF-Einführung jedoch nicht in die Höhe geschnellt. Das Phänomen eines anhaltenden Kapitalzuflusses bei gleichzeitigen starken Kurskorrekturen wirft die Frage auf: Können ETF-Genehmigungen weiterhin einen langfristig wirksamen Support für die Kryptowährungspreise bieten?

I. Kursdruck: Kurzfristige Stimmung und Bereinigung spekulativer Positionen

Zwischen Ende Oktober und November erlebte der Markt eine Welle von ETF-Listings für aufstrebende Krypto-Assets. Laut Daten von SoSoValue ist die Entkopplung von anhaltendem Kapitalzufluss und Kursrückgängen bei diesen Assets weit verbreitet:

Solana (SOL): Seit der Listung Ende Oktober verzeichnete der SOL-ETF vier Wochen in Folge Nettozuflüsse, das gesamte Nettovermögen beträgt mittlerweile 918 Millionen US-Dollar; dabei tragen der Bitwise- und der Grayscale-ETF 631 Millionen bzw. 148 Millionen US-Dollar bei. Dennoch ist der Spot-Preis von SOL vom 31. Oktober (ca. 184 US-Dollar) auf aktuell rund 143 US-Dollar gefallen, was einem Rückgang von über 20 % entspricht.

XRP: Der erste XRP-ETF wurde am 13. November gelistet, mit einem Tagesvolumen von 59,22 Millionen US-Dollar; ab dem Folgetag wurden kontinuierliche Nettozuflüsse verzeichnet. Der XRP-Spotpreis fiel jedoch seit dem 13. November von 2,38 US-Dollar zeitweise um über 20 % und liegt derzeit bei etwa 2,2 US-Dollar.

HBAR: Nach der Listung des HBAR-ETF am 28. Oktober wurden fünf Wochen in Folge Nettozuflüsse erzielt, das gesamte Nettovermögen beträgt 65,49 Millionen US-Dollar, aber der Spotpreis von HBAR fiel um fast 20 %.

DOGE: Am ersten Handelstag des DOGE-ETF am 24. November gab es keinen Nettozufluss, das Handelsvolumen lag bei 1,41 Millionen US-Dollar. Die beiden derzeit gelisteten DOGE-Spot-ETFs haben zusammen ein Nettovermögen von 6,48 Millionen US-Dollar; beim DOGE-Kurs gab es keine signifikanten Schwankungen.

LTC: Der LTC-Spot-ETF wurde am 5. November gelistet, der kumulierte Nettozufluss beträgt 7,26 Millionen US-Dollar. In den letzten vier Wochen gab es jedoch mehrere Tage ohne Nettozufluss. Seit dem Listing des Canary LTC Spot ETF am 28. Oktober ist der LTC-Preis um rund 14 % gefallen.

Es zeigt sich, dass mit Ausnahme des Litecoin-ETF alle anderen ETFs einen anhaltenden Kapitalzufluss verzeichnen, die Preise der zugrundeliegenden Kryptowährungen jedoch ausnahmslos fallen oder stagnieren.

Die Ursachen dieser Entkopplung liegen möglicherweise in einer Kombination aus makroökonomischen Faktoren und spekulativem Verhalten.

Erstens muss anerkannt werden, dass sich das Gesamtumfeld des Kryptomarktes während der ETF-Genehmigungen nicht in einem euphorischen Bullenmarkt befand. Die Performance der Kern-Assets bestätigt dies: Bitcoin-ETFs verzeichneten im November Nettoabflüsse von 3,48 Milliarden US-Dollar, Ethereum-ETFs Abflüsse von 1,42 Milliarden US-Dollar. Die massiven Abflüsse bei den Kern-Assets erzeugten eine starke negative Grundstimmung und makroökonomischen Gegenwind, der die positiven Impulse der neuen ETFs überlagert hat. In diesem Umfeld führte das Prinzip “Buy the rumor, sell the news” dazu, dass Spekulanten nach Bekanntgabe der positiven Nachrichten Gewinne mitnahmen und so kurzfristigen Verkaufsdruck erzeugten.

Zweitens wurde während des Kursrückgangs die Verkaufsstimmung bei Altcoins mit geringerer Liquidität verstärkt. Im Vergleich zu Bitcoin sind die Märkte für XRP, SOL und andere Coins weniger tief, sie können Verkaufsdruck schwieriger absorbieren. Zudem fließt Kapital aktuell recht langsam zu, Institutionen befinden sich noch in der Beobachtungsphase. Die schrittweise Allokation kann den konzentrierten Verkaufsdruck von Walen und Spekulanten nicht sofort auffangen.

Zusammengefasst ist die kurzfristige Entkopplung zwischen ETF-Kapitalzufluss und Kryptopreisen das Ergebnis einer Bereinigung spekulativer Positionen, makroökonomischer Gegenwinde sowie der Verzögerung institutioneller Kapitalallokationen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der positive Effekt verpufft ist, vielmehr sollten Investoren den Wert von ETFs aus einer langfristigen Perspektive und im Kontext institutioneller Allokationsstrukturen betrachten.

II. Langfristiger Wert: Institutionelle Allokation und nachhaltiger Kapitalzufluss

Da die kurzfristigen Kursentwicklungen durch externe Faktoren beeinflusst werden, sollte der Wert von ETFs anhand zweier Kernaspekte beurteilt werden: der Nachhaltigkeit institutioneller Kapitalzuflüsse und dem differenzierten Wettbewerbsvorteil des Assets selbst.

Dieser Wert zeigt sich zuerst in der Einstellungsänderung traditioneller Finanzriesen. Einer der zuvor konservativsten Vermögensverwalter gegenüber Krypto-Assets – die Vanguard Group (Vanguard Group) – hat den Handel mit Bitcoin-ETFs freigegeben. Viele Jahre lang vertraten die Führungskräfte von Vanguard die Ansicht, dass Kryptowährungen keinen inneren Wert hätten: Sie generieren keinen Cashflow und eignen sich nicht für langfristige Ruhestandsstrategien. Digitale Assets wurden als spekulative Werkzeuge betrachtet, nicht als Bestandteil eines Kernportfolios. Nach der Einführung von Bitcoin-ETFs im Januar 2024 lehnte das Unternehmen diese Produkte zunächst ab und schränkte sogar den Kauf von Konkurrenzfonds für Kunden ein.

Nun erlaubt Vanguard seinen Investoren den Handel mit dem Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock. Damit wird aus einem Kritiker ein Distributor. Diese Entscheidung signalisiert dem Markt unmissverständlich, dass ETFs als reguliertes Investmentvehikel die letzte große Barriere der traditionellen Finanzwelt durchbrochen haben.

Fakt ist: Trotz Kurseinbrüchen bleibt das institutionelle Interesse an einer Asset-Allokation hoch. So verzeichnen der SOL-ETF und der HBAR-ETF bereits fünf Wochen in Folge Nettozuflüsse; der Canary XRP ETF hat ein Gesamtvermögen von 355 Millionen US-Dollar, die Bitwise- und Grayscale-ETFs jeweils rund 200 Millionen US-Dollar. Diese kontinuierliche, beträchtliche Kapitalakkumulation ist ein entscheidender Indikator für den langfristigen ETF-Bullcase. Analysten schätzen, dass selbst wenn das Volumen im Vergleich zu Bitcoin gering bleibt, Altcoin-ETFs bis Mitte 2026 zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar an Kapitalzuflüssen anziehen könnten.

Im Rahmen institutioneller Allokationsstrategien ist auch der differenzierte Wettbewerbsvorteil eines Assets von Bedeutung. Solanas Staking-ETF etwa bietet bis zu 7 % Rendite, XRP-Fonds für Zahlungszwecke und andere Produkte könnten gezielt das Interesse von Investoren wecken, die auf Diversifikation oder passives Einkommen abzielen. Zach Pandl, Head of Research bei Grayscale, erwartet, dass der Solana-ETF in den kommenden ein bis zwei Jahren mindestens 5 % des gesamten Solana-Angebots absorbieren könnte.

Doch diese optimistische Stimmung wird von den Branchengrößen massiv herausgefordert. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock steht Altcoin-ETFs sehr vorsichtig und negativ gegenüber. Robert Mitchnick, Head of Digital Assets bei BlackRock, bezeichnete die meisten Altcoins als wertlos und betonte die Risiken bei Investitionen in zahlreiche, noch unreife digitale Vermögenswerte. Daher konzentriert sich BlackRock auf etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Auch der Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas unterstützt diese Sichtweise und sieht darin den Grund, warum BlackRock keine Diversifikation anstrebt.

Diese vorsichtige Haltung birgt Risiken. Laut K33 Research könnte ohne BlackRocks Beteiligung das in Altcoin-ETFs investierte Kapital um 50 % bis 70 % geringer ausfallen. Gleichzeitig warnt der CEO von CryptoQuant, dass die Liquidität von Altcoins rapide schwindet und nur Projekte mit neuen Liquiditätskanälen (insbesondere über ETFs) am Markt überleben werden.

Ein weiteres Negativbeispiel ist das Schicksal des LTC-Spot-ETF, der seit seiner Listung an mehreren Handelstagen keinen Nettozufluss verzeichnete. CoinShares, einer der größten europäischen Digital Asset Manager, hat zudem offiziell seine Anträge bei der SEC für XRP-, Solana-Staking- und Litecoin-ETF zurückgezogen. Dies belegt, dass selbst große Vermögensverwalter bei einzelnen Asset-ETFs mit intensivem Wettbewerb und niedriger Rentabilität vorsichtig agieren.

Jean-Marie Mognetti, CEO von CoinShares, kündigte an, dass das Unternehmen angesichts der Dominanz traditioneller Finanzriesen auf dem Markt für Single-Asset-Krypto-ETFs seine Ressourcen in den nächsten 12–18 Monaten auf innovativere und profitablere Produkte umschichten wird.

Fazit

Die unterschiedliche Herangehensweise der Institutionen unterstreicht, dass mit der Ära der Krypto-Asset-ETFs eine Phase der differenzierten Allokation begonnen hat. Einerseits steht die Öffnung des Bitcoin-ETF-Handels bei der Vanguard Group für die endgültige Akzeptanz des Kryptomarktes durch die Mainstream-Finanzwelt; andererseits zeigt das Zurückziehen von Anträgen durch CoinShares und die vorsichtige Haltung von BlackRock gegenüber Altcoins die Wachsamkeit der Institutionen hinsichtlich der Qualität der Basis-Assets und des Wettbewerbsdrucks.

Zusammenfassend ist die Genehmigung von ETFs aus grundsätzlicher und langfristiger Sicht zweifellos ein wichtiger positiver Impuls. Kurzfristige Kursrückgänge bedeuten nicht, dass dieser Impuls wirkungslos ist, sondern spiegeln lediglich die Verzerrung durch kurzfristige Markteinflüsse wider.

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