Ursprünglicher Autor: Pan Lingfei
Nachdruck: Daisy, Mars Finance
Zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit scheint sich seine Haltung gegenüber dem “Helden” Musk still und leise zu ändern.
Vom anfänglichen “alleinigen Favoriten” bis hin zum heutigen öffentlichen “Anklopfen” und sogar Einschränken seiner Macht bei der Regierungsreform zeichnen sich Machtkämpfe und politische Spiele im Weißen Haus ab. Der Konflikt, der am Donnerstag bei der Kabinettssitzung des Weißen Hauses ausbrach, deutet darauf hin, dass die Beziehung zwischen Trump und Musk einen wichtigen Wendepunkt einleiten könnte.
Ende Februar, bei der ersten Kabinettssitzung seiner zweiten Amtszeit, stellte sich Trump auch öffentlich hinter Musk und sagte sogar, dass “jeder, der mit Elon unzufrieden ist, rausgeworfen wird”. Zu dieser Zeit wurde Musk, der eine “MAGA”-Kappe trug, von Trump mit der Leitung der Government Efficiency Unit (DOGE) beauftragt und versprach, 1 Billion US-Dollar von den jährlichen Ausgaben der Bundesregierung in Höhe von 7 Billionen US-Dollar zu kürzen.
Doch nur wenige Tage später änderte sich die Windrichtung schlagartig. Medienberichten zufolge deutete Trump bei dem Treffen im Weißen Haus am vergangenen Donnerstag an, dass Musks DOGE in der Frage der Entlassungen zu voreilig sei. Nach dem Treffen postete Trump auf Truth Social, dass zukünftige Entlassungen ein “Skalpell” anstelle einer “Machete” verwenden würden. Laut der Analyse des Wall Street Journal ist dies die erste öffentliche Anpassung der Ausrichtung des DOGE-Projekts durch die Trump-Regierung.
Debatte im Weißen Haus: Rubio und Musk liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen
Die New York Times berichtete ausführlich über den hitzigen Schlagabtausch bei der Kabinettssitzung am vergangenen Donnerstag. Außenminister Rubio und Musk brachen in einen hitzigen Streit über Entlassungen aus. Musk warf Rubio vor, es versäumt zu haben, das Personal des Außenministeriums effektiv abzubauen, während Rubio entgegnete, dass mehr als 1.500 Beamte des Außenministeriums vorzeitig in den Ruhestand gegangen seien, und den Umstrukturierungsplan des Außenministeriums näher erläuterte.
Musk kaufte Rubios Erklärung nicht ab und verspottete ihn sogar sarkastisch, weil er “nur gut darin ist, im Fernsehen anzugeben”. Angesichts einer Pattsituation schaltete sich Trump schließlich ein, würdigte Rubios Arbeit und sagte, dass “alle zusammenarbeiten müssen”.
Neben Rubio ist auch Verkehrsminister Sean Duffy mit Musk über die Entlassungen der Federal Aviation Administration (FAA) aneinandergeraten. Musk beschuldigte Duffy der Lüge, während Duffy darauf bestand, dass Musks Team versucht habe, den Fluglotsen zu feuern. Schließlich bat Trump Duffy, ein “Genie” vom Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) als Fluglotsen einzustellen.
“Skalpell” löst “Machete” ab: Anpassung der Entlassungsstrategie
Trump machte in den sozialen Medien deutlich, dass die nächste Phase der Entlassungen auf Bundesebene einen verfeinerten “Skalpell”-Ansatz verfolgen wird und nicht Musks bisherigen “Macheten”-Ansatz. Hinter dieser Verschiebung steht ein wachsendes Unbehagen innerhalb der Republikanischen Partei über das Tempo und den Umfang der Entlassungen bei DOGE.
Berichten zufolge waren an den von Musk angeführten Entlassungen mindestens 20.000 Bundesbedienstete beteiligt, was vielerorts Proteste auslöste. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, riet den Republikanern sogar, persönliche Treffen in ihren Bezirken zu vermeiden. Unter dem Druck musste Musk einigen republikanischen Senatoren persönliche Telefonnummern zur Verfügung stellen, um die Unzufriedenheit in der Partei zu lindern.
Neben dem politischen Druck sehen sich die Entlassungen von DOGE auch mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Medienberichten zufolge hat ein Bundesrichter dem Amt für Personalmanagement untersagt, Mitarbeiter auf Probe in bestimmten Abteilungen zu kündigen. Eine Reihe von entlassenen Mitarbeitern der National Science Foundation und der National Nuclear Safety Administration wurden ebenfalls wieder eingestellt.
Machtumgestaltung: Kabinettsminister kehren an die Macht zurück
Die New York Times bezeichnete das Treffen am vergangenen Donnerstag als möglichen Wendepunkt in den ersten Wochen von Trumps zweiter Amtszeit. Trump machte deutlich, dass künftige Minister in verschiedenen Ministerien für Entlassungen zuständig sein werden und Musks Team nur beratend zur Seite stehen wird.
Obwohl Musk nach wie vor Trumps größter politischer Spender ist, hat sich seine Macht bei der Regierungsreform erheblich verringert. Die New York Times berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass das Treffen Spannungen innerhalb von Trumps Team aufgedeckt habe, wobei die Kabinettsmitglieder im Allgemeinen frustriert über Musks Ansatz seien, “die Regierung zu untergraben”.
Der Weg in die Zukunft: Zusammenarbeit oder Pause?
Trotz Trumps Versuchen, bei dem Treffen die Interessen aller Parteien in Einklang zu bringen, sind die Widersprüche zwischen Musk und den Kabinettsmitgliedern öffentlich geworden. Musk behauptete auf X, dass das Treffen “produktiv” gewesen sei, aber die New York Times merkte an, dass er am Veranstaltungsort “weniger begeistert” war.
Es ist unklar, wie sich die Beziehung der Trump-Regierung zu Musk entwickeln wird. Sicher ist jedoch, dass das Treffen am vergangenen Donnerstag einen wichtigen Wendepunkt in den Beziehungen markierte. Trumps veränderte Haltung gegenüber Musk und der Widerstand der Kabinettsminister gegen das DOGE-Projekt deuten darauf hin, dass die US-Regierung in Zukunft mit weiteren Machtspielen und politischen Anpassungen konfrontiert sein wird.