Chang-yong Rhee warnte davor, dass Stablecoins den Zentralbanken schaden würden, und plädierte für CBDCs, um die monetäre Kontrolle aufrechtzuerhalten.
Der Gouverneur der Bank of Korea, Chang-yong Rhee, hat davor gewarnt, dass der Aufstieg von Stablecoins eine erhebliche Bedrohung für die traditionelle Rolle des Zentralbankgeldes darstellen und die Wirksamkeit der Geldpolitik beeinträchtigen könnte, wie lokale Medien berichten.
Rhee gab die Erklärung auf der Digital Currency Conference in Seoul am 15. Dezember ab. Er fügte hinzu, dass die Zentralbanken ihre Bemühungen verstärken müssen, digitale Zentralbankwährungen sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel auszugeben, um diese drohende Bedrohung abzuschwächen.
Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität
In seiner Grundsatzrede hob Rhee zwei Hauptprobleme hervor, denen sich die Zentralbanken stellen müssen.
Die erste große Sorge ist der Aufstieg von Stablecoins und die existenzielle Bedrohung, die sie für Zentralbankwährungen darstellen, während die zweite große Sorge das Fehlen eines angemessenen Regulierungsrahmens für Nicht-Einlagen- oder Nicht-Finanzinstitute ist, die am digitalen Finanzsystem beteiligt sind.
Rhee betonte, dass es Stablecoins trotz der Nomenklatur oft an intrinsischer Stabilität mangelt und die Rolle der Zentralbanken bei der Geldausgabe schwächen könnte. Dies wiederum könnte die Wirksamkeit der traditionellen Geldpolitik untergraben.
Erschwerend kommt hinzu, dass globale Netzwerke wie Visa oder Mastercard möglicherweise involviert sind, insbesondere für Länder wie Südkorea. Rhee fügte hinzu, dass dies die Steuerung der Kapitalflüsse und die Wahrung der geldpolitischen Unabhängigkeit erschweren könnte.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, schlug Gouverneur Rhee vor, dass die Zentralbanken die Einführung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) für den Einzel- und Großhandel in Betracht ziehen.
Er hob die Bemühungen Südkoreas in diesem Bereich hervor, darunter ein Pilotprojekt für ein CBDC-System für den Einzelhandel unter Verwendung der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Als wesentlicher Vorteil gilt insbesondere die Programmierbarkeit solcher Währungen, die komplexe bedingte Transaktionen durch Smart Contracts ermöglicht.
Darüber hinaus startet die Bank of Korea in Zusammenarbeit mit den Finanzaufsichtsbehörden und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ein zweites CBDC-Pilotprojekt, um CBDCs für den Großhandel zu untersuchen.
Der Fokus des Projekts liegt auf der Integration von Wholesale-CBDCs mit tokenisierten Bankeinlagen. Es zielt darauf ab, die Ausgabe von tokenisiertem E-Geld durch Banken und Nichtbanken-Finanzinstitute zu untersuchen, die vollständig von Wholesale-CBDCs unterstützt werden.
Emotionale Resonanz
Die Sichtweise der BOK deckt sich mit der anderer großer Zentralbanken und Finanzinstitute auf der ganzen Welt. Zum Beispiel hob die US-Notenbank die Volatilitätsrisiken hervor, die mit Stablecoins verbunden sind, insbesondere mit solchen, die durch andere Kryptowährungen besichert sind.
Die Analyse der Fed stellt fest, dass diese digitalen Vermögenswerte einen Marktansturm auslösen und die finanzielle Instabilität verschärfen könnten. In ähnlicher Weise hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Stablecoins im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr geäußert.
Laut einem Bericht des Ausschusses für Zahlungsverkehr und Marktinfrastrukturen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich könnten Stablecoins die monetäre Souveränität und Finanzstabilität in Frage stellen und die Einnahmen aus der Seigniorage beeinträchtigen. Der Bericht zeigt auch, dass die Vorteile von Stablecoins nur unter einem strengen Design- und Regulierungsrahmen realisiert werden können.