
Die Kryptowährungs-Initiative Coin Center, vertreten durch den Exekutivdirektor Peter Van Valkenburgh, warnte am 29. März in einem Post auf X, dass die US-Regierung, die in Zukunft eine feindliche Haltung gegenüber Kryptowährungen einnimmt, in der Lage sein wird, ohne klare Regeln durchsetzungsrechtliche Maßnahmen gegen die Branche zu ergreifen, falls Gesetze zur Marktstruktur wie das CLARITY-Gesetz nicht verabschiedet werden.
Die Warnung von Van Valkenburgh konzentriert sich auf die zeitliche Dimension der Politik: Die derzeitige US-Regierung ist relativ freundlich gegenüber Kryptowährungen, aber diese Wohlwolle hat keine rechtliche Bindung. Er betonte: „Der Zweck des CLARITY-Gesetzes besteht nicht darin, Vertrauen in diese Regierung zu schaffen, sondern darin, die nächste Regierung zu binden.“
Seit Gary Gensler am 20. Januar 2025 von seinem Posten als SEC-Vorsitzender zurücktrat, hat die Kryptoindustrie tatsächlich einen deutlichen Wandel in der regulatorischen Ausrichtung erlebt, einschließlich der Rücknahme mehrerer langfristiger Durchsetzungsmaßnahmen sowie der Veröffentlichung freundlicherer regulatorischer Richtlinien. Van Valkenburgh warnte jedoch, dass die Branche, wenn sie aufgrund kurzfristiger freundlicher Politiken legislative Gelegenheiten verpasst, mit schwerwiegenden und irreversiblen Konsequenzen rechnen muss: „Eine Welt ohne das CLARITY-Gesetz, das rechtlichen Schutz für Entwickler bietet, wird eine Welt sein, die von der Ermessensfreiheit der Staatsanwälte, politischen Strömungen und Angst geprägt ist.“
Er kritisierte auch, dass einige Akteure „kurzfristige geschäftliche Interessen“ und die „anhaltende Wohlwollung der Mächtigen“ priorisieren und dass dies eine kurzsichtige Entscheidung ist, die langfristige Sicherheit gegen kurzfristige Gewinne eintauscht. Er sagte direkt: „Wir haben das Strick um den Hals selbst angelegt und es den zukünftigen Beamten übergeben, die sicherlich gerne daran ziehen werden.“
Zukünftige Ausweitung der Anklage durch das Justizministerium: Van Valkenburgh prognostiziert, dass in Ermangelung gesetzlicher Schutzmaßnahmen das Justizministerium der US-Regierung möglicherweise die strafrechtliche Verfolgung von Entwicklern von Datenschutz-Tools als „unlizenzierte Überweiser“ verstärken könnte.
Bestehende freundliche Richtlinien können jederzeit widerrufen werden: Die von der aktuellen Regierung veröffentlichten Erklärungen zur Krypto-Regulierung haben keine gesetzliche Gültigkeit und die nächste Regierung könnte sie direkt zurückziehen.
Das Modell der Durchsetzung anstelle von Gesetzgebung könnte sich wiederholen: Wie zur Zeit von Gensler könnten die Durchsetzungsbehörden durch selektive Klagen die Branchenregeln formen und den formalen Gesetzgebungsprozess umgehen.
Rechtlicher Status von Blockchain-Entwicklern bleibt unklar: In Ermangelung von schützenden Gesetzen wie dem Gesetz über regulatorische Klarheit für Blockchain bleibt die rechtliche Situation von Entwicklern weiterhin mit schwer quantifizierbaren Risiken behaftet.
Das CLARITY-Gesetz steht derzeit im Senat auf der Kippe, was auf grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Bankenbranche, Krypto-Unternehmen und Gesetzgebern in Bezug auf zentrale Bestimmungen zurückzuführen ist.
Der Hauptstreitpunkt konzentriert sich auf die Erträge von Stablecoins: Die Bankenbranche fordert ein Verbot, dass Stablecoins Zinsen an Inhaber zahlen, da sie der Meinung sind, dass die Zahlung von Erträgen über Börsen als Vermittler eine Umgehung regulatorischer Vorschriften darstellt; Krypto-Unternehmen hingegen wünschen sich, diese Funktion beizubehalten, um die Wettbewerbsfähigkeit von Stablecoins zu stärken.
Neben den Erträgen von Stablecoins umfasst das CLARITY-Gesetz auch einen regulatorischen Registrierungsrahmen für Krypto-Vermittler, die regulatorische Zuordnung digitaler Vermögenswerte (SEC oder CFTC) und Standards zur Klassifizierung von Token, wobei jedes Thema tiefgreifende Interessenkonflikte zwischen der Bankenbranche und der Krypto-Industrie berührt. US-Finanzminister Scott Bessent hat öffentlich erklärt, dass die Verabschiedung des CLARITY-Gesetzes das Vertrauen der Krypto-Investoren stärken würde, aber es gibt noch erhebliche Differenzen, bevor eine Einigung erzielt wird.
Das CLARITY-Gesetz ist ein Gesetzesentwurf zur Marktstruktur für Kryptowährungen in den USA, der hauptsächlich einen regulatorischen Registrierungsrahmen für Krypto-Vermittler, die Zuordnung digitaler Vermögenswerte zwischen SEC und CFTC sowie Standards zur Klassifizierung von Token umfasst. Der Entwurf enthält auch Bestimmungen zum rechtlichen Schutz von Blockchain-Entwicklern, um die rechtlichen Verantwortlichkeiten von Softwareentwicklern in Krypto-Protokollen zu klären.
Der grundlegende Unterschied zwischen rechtlichem Schutz und administrativen Richtlinien liegt in der Stabilität. Die regulatorischen Richtlinien der Verwaltungsbehörden können nach einem Regierungswechsel jederzeit widerrufen werden, während gesetzlicher Schutz rechtsverbindlich über mehrere Regierungsperioden hinweg ist. Eines der legislative Ziele des CLARITY-Gesetzes besteht darin, künftigen feindlichen Regierungen gegenüber der Krypto-Währung entgegenzuwirken und zu verhindern, dass diese durch Ermessensspielräume in der Durchsetzung unterdrücken.
Das direkteste Risiko besteht darin, als „unlizenzierter Überweiser“ eingestuft zu werden. Entwickler von Datenschutz-Tools oder Krypto-Protokollen könnten ohne klare gesetzliche Schutzmaßnahmen strafrechtlichen Anklagen des Justizministeriums gemäß den Vorschriften für Geldüberweisungsdienste ausgesetzt sein, selbst wenn sie keine direkten Mittel der Nutzer halten oder verwalten.