Südkoreanische Polizei plant Richtlinien zur Beschlagnahme von Privacy Coins, in den letzten fünf Jahren beschlagnahmte virtuelle Vermögenswerte im Wert von etwa 54,5 Milliarden Won

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Die Koreanische Polizei (KNPA) arbeitet derzeit an der Entwicklung neuer Richtlinien für die Verwaltung von beschlagnahmten virtuellen Vermögenswerten, die erstmals auch den Umgang mit „Privacy Coins“ umfassen werden. Laut südkoreanischen Medienberichten von „Asia Economy“ hat die Polizei den Entwurf für die entsprechenden Anweisungen fertiggestellt und die Verwaltungslösung für „Software-Wallets“ offiziell in die Vorschriften aufgenommen. Dies soll künftig eine wichtige Grundlage für die Beschlagnahme und Aufbewahrung von anonymen, hochverschlüsselten Vermögenswerten sein. Dieser Schritt spiegelt auch wider, dass die koreanischen Strafverfolgungsbehörden nach kürzlichen Schwachstellen bei der Verwaltung beschlagnahmter Vermögenswerte ihre Maßnahmen zur digitalen Asset-Verwaltung beschleunigen.

Warum neue Regelungen? Privacy Coins unterscheiden sich von herkömmlichen Kryptowährungen
Laut „Asia Economy“ hat die Polizei bisher virtuelle Vermögenswerte grundsätzlich in Hardware-Wallets (Cold Wallets) aufbewahrt. Für Privacy Coins ist diese Methode jedoch oft ungeeignet. Da einige Privacy Coins spezielle Software auf Computern oder Servern erfordern, um Wallets zu erstellen, werden die privaten Schlüssel meist in Dateien oder Strings gespeichert, anstatt nur auf physischen Geräten verwaltet zu werden. Dadurch unterscheiden sich die Aufbewahrungsmodelle von Mainstream-Assets wie Bitcoin. Der Bericht erklärt, dass dies dazu führte, dass Einsatzkräfte in der Vergangenheit ohne klare Vorgaben nur in einer Art „Grauzone“ mit Software-Wallets arbeiteten, was zu praktischen Verwirrungen und Risiken führte.

Weiterhin wird betont, dass Privacy Coins, die Transaktionsparteien und Beträge verbergen können, langfristig als leichter für kriminelle Aktivitäten und Geldwäsche geeignet gelten. Frühere Fälle in Südkorea, wie der „N-Room“-Sexualstraftatenfall sowie nordkoreanische Geldwäscheaktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen, haben die Aufmerksamkeit auf diese anonymen Vermögenswerte gelenkt. Dies ist einer der wichtigsten Hintergründe dafür, dass die Polizei Privacy Coins nun in die neuen Richtlinien aufgenommen hat.

Beschlagnahmungsvolumen in den letzten fünf Jahren beträgt 54,5 Milliarden Won
Laut Berichten beläuft sich der Gesamtwert der in den letzten fünf Jahren in Südkorea beschlagnahmten und rechtskräftig verurteilten virtuellen Vermögenswerte auf etwa 54,5 Milliarden Won, basierend auf den Kursen vom 17. Tag. Davon sind rund 50,7 Milliarden Won Bitcoin und etwa 1,8 Milliarden Won Ethereum. Diese Schätzung basiert nur auf Fällen, bei denen die Gerichtsverfahren bereits abgeschlossen sind. Falls Täter sich weigern, Wallet-Passwörter herauszugeben, könnte die tatsächliche Beschlagnahme noch höher ausfallen. Aufgrund der starken Kursschwankungen bei Kryptowährungen kann der Wert zudem je nach Zeitpunkt der Bewertung erheblich variieren.

Die koreanische Polizei gab an, dass sich die Arbeitsweise bei der Fallbearbeitung verändert hat. Früher wurden physische Beweismittel meist in Lagerräumen eingeschlossen, heute müssen Wallet-Adressen und private Schlüssel verwaltet werden. Das bedeutet, dass virtuelle Vermögenswerte nicht nur neue Einnahmequellen für Kriminalität darstellen, sondern auch die Strafverfolgung zwingen, den gesamten Prozess von Beschlagnahme, Sicherung bis hin zur Aufbewahrung neu zu strukturieren.

Polizei plant, im ersten Halbjahr private Verwahrungsdienste auszuwählen
Neben der Anpassung der Richtlinien plant die koreanische Polizei, im ersten Halbjahr 2026 einen externen Verwahrungsdienstleister (Custody) auszuwählen. Im Jahr 2025 versuchte die Polizei dreimal, externe Anbieter für die Verwahrung beschlagnahmter virtueller Vermögenswerte zu finden, doch alle Ausschreibungen scheiterten. Gründe waren unter anderem die geringe Unternehmensgröße, mangelnde Stabilität und das niedrige Budget. Laut Berichten stehen für diese Maßnahmen derzeit nur rund 8,3 Millionen Won (ca. 55.600 USD) zur Verfügung, was im Vergleich zu den Risiken, die die Anbieter tragen müssten, deutlich zu wenig ist.

Experten zitierten in den Medien warnen, dass eine dezentrale Verwaltung von Wallets und Mnemonik-Phrasen durch verschiedene Polizeibehörden die Kontrolle erschweren könnte. Sie schlagen vor, eine zentralisierte, professionelle „öffentliche Verwahrung“ einzurichten, bei der hochriskante digitale Vermögenswerte von spezialisierten Institutionen einheitlich verwaltet werden, um Fehler und Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Verlorene Vermögenswerte als Auslöser für Systemverbesserungen
Die Beschleunigung bei der Entwicklung der Beschlagnahmerichtlinien ist auch auf jüngste Sicherheitslücken bei der Verwahrung von Bitcoin durch die Regierung zurückzuführen. Am 23. Januar entdeckte die Staatsanwaltschaft Gwangju bei einer routinemäßigen Überprüfung, dass etwa 320 BTC aus einer Beschlagnahme im August 2025 verschwunden waren. Am 19. Februar gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass die gestohlenen Bitcoins von unbekannten Hackern zurückgegeben wurden. Am 10. März wurde außerdem mitgeteilt, dass die entsprechenden Vermögenswerte verkauft und etwa 31,59 Milliarden Won an den Staat abgeführt wurden.

Dieser Vorfall zeigt, dass die Verwaltung virtueller Vermögenswerte durch staatliche Stellen nicht nur vor Kursschwankungen, sondern auch vor erhöhten Sicherheits- und Kontrollrisiken steht. Die neuen Richtlinien der Polizei sind daher nicht nur eine technische Verbesserung, sondern auch eine grundlegende Maßnahme, um eine zeitgemäße Governance-Struktur für die zunehmende Beschlagnahme digitaler Vermögenswerte zu etablieren.

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