Am 12. März berichtete Cointelegraph, dass die Cybersicherheitsfirma CertiK in ihrem neuesten Bericht feststellt, dass die durch künstliche Intelligenz und Deepfake-Technologien weit verbreitete Nutzung durch Betrüger das Ausmaß der Krypto-ATM-Betrügereien in den USA schnell steigen lässt. Der Bericht prognostiziert, dass die Verluste durch solche Betrügereien bis 2025 etwa 333 Millionen US-Dollar erreichen könnten, während die Anzahl der entsprechenden Beschwerden im Jahresvergleich um 33 % gestiegen ist, was sie zu einer der am schnellsten wachsenden Finanzkriminalitätsarten macht.
Der Bericht weist darauf hin, dass Krypto-ATMs (auch bekannt als Krypto-Selbstbedienungsterminals) aufgrund ihrer Merkmale „schneller Umtausch“ und „geringer Identitätsprüfung“ von kriminellen Gruppen in großem Umfang genutzt werden. Nutzer können in etwa fünf Minuten Bargeld in digitale Vermögenswerte umwandeln, wobei einige Geräte nur minimale Identitätsüberprüfung erfordern, was sie zu einem bequemen Kanal für Betrüger macht, um Gelder zu transferieren und Geldwäsche zu betreiben. Laut Statistiken besitzen die USA derzeit etwa 78 % der weltweit rund 45.000 Krypto-ATMs.
Daten des Federal Bureau of Investigation (FBI) zeigen, dass zwischen Januar und November 2025 in den USA mehr als 12.000 Betrugsbeschwerden im Zusammenhang mit Krypto-ATMs eingegangen sind, was einem Anstieg von etwa einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Sicherheitsexperten sind der Ansicht, dass Betrüger durch Social Engineering Opfer dazu verleiten, aktiv Überweisungen an den Terminals durchzuführen, um Gelder zu transferieren.
Der Bericht erwähnt auch, dass etwa 86 % der Verluste bei Opfern über 60 Jahren auftreten. Die Studie legt nahe, dass ältere Menschen oft nur begrenztes Wissen über die Funktionsweise von Krypto-Vermögenswerten haben und leichter durch Telefonbetrug oder gefälschte Regierungsanrufe getäuscht werden können. Zudem werden auch einige jüngere Nutzer Opfer sogenannter „Love-Scams“, die im Krypto-Bereich oft als „Pig Butchering“ bezeichnet werden.
Neben emotionalen Betrugsmaschen verwenden Betrüger auch häufig Methoden wie die Vortäuschung von Regierungsbeamten, technischen Support-Betrug, „Großeltern-Betrug“ sowie falsche Rückgewinnungsdienste. Diese Betrügereien basieren meist auf psychologischer Manipulation statt auf technischen Schwachstellen und zielen darauf ab, durch Vertrauensaufbau die Opfer dazu zu bringen, Transaktionen an den ATMs durchzuführen.
Das Forschungsinstitut CertiK weist zudem darauf hin, dass KI-Tools die Betrugsrate erheblich steigern. KI kann Informationen aus sozialen Medien sammeln und hochgradig personalisierte Betrugs-Skripte erstellen, sogar durch Echtzeit-Deepfake-Videos oder -Stimmen, die vertraute Personen imitieren, um die Erfolgsquote zu erhöhen. Schätzungen zufolge könnte der durch KI angetriebene Social Engineering-Betrug das 4,5-fache der traditionellen Methoden einbringen.
Gleichzeitig beginnen US-Regulierungsbehörden, sich verstärkt mit den damit verbundenen Risiken auseinanderzusetzen. Die US-Senatorin Cynthia Lummis äußerte, dass sie hoffe, dass zukünftige Gesetzgebungen im Krypto-Markt sowohl Betrugsbekämpfung als auch Innovation fördern. Ein weiterer Senator, Dick Durbin, schlug den „Gesetzesentwurf zur Betrugsprävention bei Krypto-ATMs“ vor, um den Nutzern von Krypto-Selbstbedienungsterminals zusätzliche Sicherheitsmechanismen zu bieten.