Vor dem Hintergrund einer langfristigen schweren Position in Bitcoin versucht El Salvador, seine internationale Reserve durch Investitionen in Gold auszugleichen. Die Zentralbank des Landes gab kürzlich bekannt, dass sie Gold im Wert von fast 50 Millionen US-Dollar gekauft hat, was einen wichtigen Schritt in Richtung Diversifizierung der Reserven und finanzieller Stabilität darstellt.
Die Zentralbank von El Salvador hat in den sozialen Medien bestätigt, dass sie 13.999 Unzen Gold gekauft hat, wodurch sich der gesamte Goldbestand auf 58.105 Unzen erhöht und der Wert bei den aktuellen Goldpreisen etwa 207 Millionen Dollar beträgt. Dies ist der erste Anstieg des Goldbestands des Landes seit 1990, genau zu dem Zeitpunkt, als die Goldpreise immer wieder neue Höchststände erreichen und sich der Preis pro Unze nahe 3.600 Dollar bewegt.
Die Zentralbankdaten zeigen, dass die Nettowährungsreserven von El Salvador bis Juli 2025 4,7 Milliarden US-Dollar betragen, von denen etwa 700 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Assets sind. Im Vergleich zu 3 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum 2024 ist das Reserveniveau deutlich gestiegen.
Seit 2021, als El Salvador das erste Land der Welt wurde, das Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführte, hat das Land unter der Führung von Präsident Nayib Bukele aktiv seine Bitcoin-Positionen erweitert. Allerdings schwankt der Bitcoin-Preis stark, was Zweifel an der Stabilität seiner Reserven aufwirft.
Analysten glauben, dass der Kauf von Gold dazu dient, den internationalen Kooperationspartnern ein stabiles Signal zu senden und außerhalb von Krypto-Assets ein stabileres Wertaufbewahrungsinstrument zu schaffen.
Die Maßnahmen von El Salvador entsprechen dem Trend der globalen Zentralbanken. Daten des World Gold Council zeigen, dass die Zentralbanken weltweit in den letzten zwei Jahren jährlich über 1.000 Tonnen Gold gekauft haben, was einen historischen Höchststand darstellt. Der Anteil von Gold an den internationalen Reserven der Zentralbanken liegt inzwischen bei nahezu 20%, nur hinter den Dollarvermögen.
Ein kürzlich erschienener Bericht von Goldman Sachs weist darauf hin, dass unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in den USA Zentralbanken und Finanzinstitute möglicherweise weiterhin Kapital in Gold umschichten und die Abhängigkeit von Dollar-Assets verringern könnten. Der Goldpreis könnte sogar die Marke von 5.000 USD pro Unze überschreiten.
Für El Salvador können Gold und Bitcoin im Reservensystem komplementär sein:
Bitcoin: Hohe Wachstumspotenziale und dezentralisierte Eigenschaften, geeignet für langfristige Wertsteigerung und finanzielle Innovation.
Gold: Niedrige Volatilität und Absicherungseigenschaften, geeignet zur Stabilisierung der Bilanz in turbulenten Marktzeiten.
Diese Dual-Asset-Strategie könnte ein neues Beispiel dafür werden, wie Schwellenländer in der Ära der digitalen Vermögenswerte ihre Reserven verwalten.
El Salvador hat 50 Millionen US-Dollar in den Kauf von Gold investiert, was nicht nur eine Balance zu seiner Schweren Position in Bitcoin darstellt, sondern auch eine Antwort auf den globalen Trend zur Erhöhung der Goldreserven ist. Angesichts des anhaltenden Anstiegs der Goldpreise und der Unsicherheiten auf dem Bitcoin-Markt könnte die Diversifizierungsstrategie des Landes anderen Ländern als Referenz dienen.