Wenn Sie die Bewegungen an der Börse, Futures-Kontrakte oder sogar die Preise verschiedener Handelsprodukte verstehen möchten, ist die Dow-Theorie ein grundlegendes Werkzeug, das Sie nicht außer Acht lassen sollten. Diese Analysetechnik ist nicht nur eine alte Theorie aus dem 20. Jahrhundert, sondern ein Denkansatz, der auch heute noch relevant für Investitionsentscheidungen ist.
Dow-Theorie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Charles H. Dow und William Peter Hamilton als wirtschaftliches Konzept entwickelt, basierend auf der Untersuchung der Marktbewegungen. Diese Erkenntnisse wurden in Artikeln im Wall Street Journal veröffentlicht. Analysten und Investoren jener Zeit nutzten diese Prinzipien, um die Richtung des Marktes zu verstehen.
3 Arten von Trendrichtungen: Primär, Sekundär und Tertiär
Die Analyse mit Dow-Theorie basiert auf der Annahme, dass die Kursbewegungen nicht zufällig oder chaotisch sind, sondern einem Hierarchiemuster folgen. Jede Ebene hat unterschiedliche Merkmale und Zeiträume.
Primärtrend: Langfristiger Haupttrend
Der Primärtrend ist die langfristigste Kursbewegung, die meist 200 Tage oder mehr dauert, manchmal sogar 1-4 Jahre. Für langfristige Investoren ist dieser Trend entscheidend, da er anzeigt, ob sich der Markt insgesamt in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet.
Sekundärtrend: Mittelfristige Anpassungen
Zwischen den Primärtrends gibt es mittelfristige Korrekturen, den sogenannten Sekundärtrend (auch Neben- oder Zwischentrend). Diese dauern typischerweise 3 Wochen bis 3 Monate und sind oft Gewinnmitnahmen oder Korrekturen vor Fortsetzung des Haupttrends.
Tertiärtrend: Tagesvolatilität
Der Tertiärtrend umfasst kurzfristige Schwankungen, meist innerhalb von 3 Wochen, die durch tägliche Handelsaktivitäten oder kurzfristige Spekulationen entstehen. Langfristige Trader achten meist weniger auf diese Schwankungen.
Unabhängig vom Trendniveau zeigt der Kurs immer eines von drei Mustern:
Seitwärtsbewegung (Sideways): Kurse schwanken zwischen Hoch und Tief ohne klare Richtung
6 Grundprinzipien der Dow-Theorie, die Trader kennen sollten
Um effektiv mit Dow-Theorie zu arbeiten, sollten Sie die sechs wichtigsten Prinzipien verstehen:
1. Der Markt hat alle Informationen bereits eingepreist
Der Gedanke, “Ich bin der Erste, der diese Information kennt”, ist falsch. Die Dow-Theorie geht davon aus, dass alle verfügbaren Informationen – von Gewinnprognosen, Wettbewerbsvorteilen bis hin zu wirtschaftlichen Faktoren – bereits im Kurs reflektiert sind. Steigt der Kurs, glaubt der Markt an positive Entwicklungen.
2. Kurse bewegen sich in drei unterschiedlichen Ebenen
Wie bereits erwähnt, sind Kurse nicht zufällig, sondern folgen bestimmten Trendmustern. Erfolgreiche Trader wissen, auf welcher Ebene sie handeln, um ihre Effizienz zu maximieren.
3. Jeder Trend besteht aus drei Phasen
Phase 1: Akkumulationsphase
Der Anfang eines Aufwärtstrends. Der Kurs stößt noch auf keinen starken Widerstand. Große Investoren und Insider sammeln Positionen, während der Kurs noch relativ stabil ist. Für fundamentale Anleger geeignet, weniger für kurzfristige Spekulanten.
Phase 2: Öffentlichkeit beteiligt sich
Der Trend wird deutlich sichtbar. Der Kurs steigt, das Handelsvolumen nimmt zu, positive Nachrichten kommen auf. Das Risiko ist vergleichsweise gering, da der Markt Vertrauen zeigt. Hier lohnt sich die Investition.
Phase 3: Verteilungsphase
Große Investoren verkaufen ihre Positionen, der Kurs steigt schnell, aber die Marktteilnehmer sind bereits skeptisch. Das Risiko ist hoch, da eine Trendwende bevorstehen könnte.
4. Die Kurszahlen müssen übereinstimmen
Dow verwendete den Dow Jones Industrial Average und den Dow Jones Transportation Average, um die Trendrichtung zu bestätigen. Wenn beide Indizes steigen, ist der Aufwärtstrend stark. Divergenzen deuten auf Schwäche hin.
5. Das Volumen muss im Trend steigen
In einem Aufwärtstrend sollte das Volumen zunehmen, in einem Abwärtstrend ebenfalls. Wenn der Kurs steigt, aber das Volumen sinkt, ist das ein Warnsignal für eine mögliche Trendwende.
6. Der Trend bleibt bestehen, bis klare Signale für eine Umkehr vorliegen
Der Trend ändert sich nicht durch einzelne Nachrichten. Er bleibt bestehen, bis Kursunterstützungen oder -widerstände durchbrochen werden. Wenn z.B. Gold in einem Aufwärtstrend ist, aber in drei aufeinanderfolgenden Tagen fällt und neue Hochs ausbleiben, könnte das auf das Ende des Trends hindeuten.
Double Bottom und Double Top: Klare Signale für Trendwechsel
Neben Hoch- und Tiefpunkten gibt es Muster, die auf eine Trendwende hindeuten:
Double Bottom: Doppelter Boden
Entsteht, wenn der Kurs nach einem Tief wieder ansteigt, dann erneut auf ähnlichem Niveau fällt, aber nicht tiefer als beim ersten Mal. Es sieht aus wie ein “W” oder “U”. Das Muster signalisiert, dass die Unterstützung stark ist und eine Trendwende nach oben bevorsteht.
Double Top: Doppeltes Hoch
Wenn der Kurs nach einem Hoch wieder leicht fällt und erneut ein ähnliches Hoch erreicht, aber nicht höher steigt, sieht das aus wie ein “M”. Es deutet auf eine mögliche Trendwende nach unten hin.
Vor- und Nachteile: Warum die Dow-Theorie heute noch relevant ist
Vorteile
Einfaches und klares System
Die Prinzipien sind verständlich und erfordern keine komplexen mathematischen Modelle. Auch Einsteiger können sie schnell erlernen.
Effektive Trendbestimmung
Das Erkennen, ob sich der Markt in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet, erleichtert Kauf- und Verkaufsentscheidungen.
Volumenanalyse
Die Berücksichtigung des Handelsvolumens hilft, echte Trendbestätigungen von Fehlsignalen zu unterscheiden.
Anwendbar auf alle Handelsinstrumente
Aktien, Futures, Kryptowährungen, Gold oder Währungspaare – die Prinzipien sind universell.
Nachteile
Verzögerte Signale
Die Bestätigung durch den Markt bedeutet, dass die Signale oft erst nach einer gewissen Kursbewegung auftreten. Trader handeln also manchmal zu spät.
Keine Berücksichtigung fundamentaler Daten
Bei plötzlichen Nachrichten (z.B. CEO-Wechsel, Gewinnwarnungen) kann die Theorie keine Vorwarnung geben, da sie nur Kursgrafiken betrachtet.
Nicht ideal für kurzfristige Märkte
Bei stark manipulierten oder sehr kurzfristigen Märkten kann die Theorie falsche Signale liefern.
Praktische Anwendung: Dow-Theorie beim CFD-Handel
Wenn Sie die Dow-Theorie verstehen, können Sie sie gezielt beim CFD-Handel einsetzen, da CFDs beide Richtungen (Long und Short) ermöglichen:
Bei Aufwärtstrend:
Suche nach klaren Higher Highs und Higher Lows
Nutze Zwischenkorrekturen (Pullbacks) zum Einstieg
Setze Stop-Loss unter das letzte Tief
Ziel ist ein nächstes Hoch oder Widerstand
Bei Abwärtstrend:
Suche nach Lower Highs und Lower Lows
Verkaufe bei Zwischenkorrekturen nach oben
Setze Stop-Loss oberhalb des letzten Hochs
Ziel ist ein nächstes Tief oder Unterstützung
Beispiel:
Gold zeigt einen klaren Aufwärtstrend mit höheren Hochs und höheren Tiefs.
Du kannst eine Kauforder bei Rücksetzern auf Unterstützung setzen.
Stop-Loss unter dem letzten Tief.
Take-Profit bei einem vorherigen Hoch oder einem neuen Höchststand.
Mit dem Verständnis der Dow-Theorie hast du einen klaren Plan, keine spekulative Wette.
Zusammenfassung: Dow-Theorie für klügere Trades
Obwohl die Dow-Theorie vor über einem Jahrhundert entwickelt wurde, sind ihre Grundprinzipien nach wie vor gültig und nützlich für alle Marktteilnehmer. Für eine vertiefte technische Analyse ist sie ein guter Einstieg.
Dieses System hilft Ihnen:
den aktuellen Markttrend zu erkennen
Frühzeitig Trendwechsel-Signale zu identifizieren
mit mehr Vertrauen zu handeln
Durch kontinuierliches Üben mit einer zuverlässigen Plattform und einem Demokonto können Sie Ihre Fähigkeiten verbessern. Testen Sie Strategien risikofrei, bis Sie sich sicher fühlen, um dann mit echtem Geld zu handeln. Das ist der sicherste und sinnvollste Weg.
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Dow-Theorie (Dow Theory): Ein Analysetool, das Investoren verstehen müssen, um mit Zuversicht Gewinne zu erzielen
Wenn Sie die Bewegungen an der Börse, Futures-Kontrakte oder sogar die Preise verschiedener Handelsprodukte verstehen möchten, ist die Dow-Theorie ein grundlegendes Werkzeug, das Sie nicht außer Acht lassen sollten. Diese Analysetechnik ist nicht nur eine alte Theorie aus dem 20. Jahrhundert, sondern ein Denkansatz, der auch heute noch relevant für Investitionsentscheidungen ist.
Dow-Theorie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Charles H. Dow und William Peter Hamilton als wirtschaftliches Konzept entwickelt, basierend auf der Untersuchung der Marktbewegungen. Diese Erkenntnisse wurden in Artikeln im Wall Street Journal veröffentlicht. Analysten und Investoren jener Zeit nutzten diese Prinzipien, um die Richtung des Marktes zu verstehen.
3 Arten von Trendrichtungen: Primär, Sekundär und Tertiär
Die Analyse mit Dow-Theorie basiert auf der Annahme, dass die Kursbewegungen nicht zufällig oder chaotisch sind, sondern einem Hierarchiemuster folgen. Jede Ebene hat unterschiedliche Merkmale und Zeiträume.
Primärtrend: Langfristiger Haupttrend
Der Primärtrend ist die langfristigste Kursbewegung, die meist 200 Tage oder mehr dauert, manchmal sogar 1-4 Jahre. Für langfristige Investoren ist dieser Trend entscheidend, da er anzeigt, ob sich der Markt insgesamt in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet.
Sekundärtrend: Mittelfristige Anpassungen
Zwischen den Primärtrends gibt es mittelfristige Korrekturen, den sogenannten Sekundärtrend (auch Neben- oder Zwischentrend). Diese dauern typischerweise 3 Wochen bis 3 Monate und sind oft Gewinnmitnahmen oder Korrekturen vor Fortsetzung des Haupttrends.
Tertiärtrend: Tagesvolatilität
Der Tertiärtrend umfasst kurzfristige Schwankungen, meist innerhalb von 3 Wochen, die durch tägliche Handelsaktivitäten oder kurzfristige Spekulationen entstehen. Langfristige Trader achten meist weniger auf diese Schwankungen.
Unabhängig vom Trendniveau zeigt der Kurs immer eines von drei Mustern:
6 Grundprinzipien der Dow-Theorie, die Trader kennen sollten
Um effektiv mit Dow-Theorie zu arbeiten, sollten Sie die sechs wichtigsten Prinzipien verstehen:
1. Der Markt hat alle Informationen bereits eingepreist
Der Gedanke, “Ich bin der Erste, der diese Information kennt”, ist falsch. Die Dow-Theorie geht davon aus, dass alle verfügbaren Informationen – von Gewinnprognosen, Wettbewerbsvorteilen bis hin zu wirtschaftlichen Faktoren – bereits im Kurs reflektiert sind. Steigt der Kurs, glaubt der Markt an positive Entwicklungen.
2. Kurse bewegen sich in drei unterschiedlichen Ebenen
Wie bereits erwähnt, sind Kurse nicht zufällig, sondern folgen bestimmten Trendmustern. Erfolgreiche Trader wissen, auf welcher Ebene sie handeln, um ihre Effizienz zu maximieren.
3. Jeder Trend besteht aus drei Phasen
Phase 1: Akkumulationsphase
Der Anfang eines Aufwärtstrends. Der Kurs stößt noch auf keinen starken Widerstand. Große Investoren und Insider sammeln Positionen, während der Kurs noch relativ stabil ist. Für fundamentale Anleger geeignet, weniger für kurzfristige Spekulanten.
Phase 2: Öffentlichkeit beteiligt sich
Der Trend wird deutlich sichtbar. Der Kurs steigt, das Handelsvolumen nimmt zu, positive Nachrichten kommen auf. Das Risiko ist vergleichsweise gering, da der Markt Vertrauen zeigt. Hier lohnt sich die Investition.
Phase 3: Verteilungsphase
Große Investoren verkaufen ihre Positionen, der Kurs steigt schnell, aber die Marktteilnehmer sind bereits skeptisch. Das Risiko ist hoch, da eine Trendwende bevorstehen könnte.
4. Die Kurszahlen müssen übereinstimmen
Dow verwendete den Dow Jones Industrial Average und den Dow Jones Transportation Average, um die Trendrichtung zu bestätigen. Wenn beide Indizes steigen, ist der Aufwärtstrend stark. Divergenzen deuten auf Schwäche hin.
5. Das Volumen muss im Trend steigen
In einem Aufwärtstrend sollte das Volumen zunehmen, in einem Abwärtstrend ebenfalls. Wenn der Kurs steigt, aber das Volumen sinkt, ist das ein Warnsignal für eine mögliche Trendwende.
6. Der Trend bleibt bestehen, bis klare Signale für eine Umkehr vorliegen
Der Trend ändert sich nicht durch einzelne Nachrichten. Er bleibt bestehen, bis Kursunterstützungen oder -widerstände durchbrochen werden. Wenn z.B. Gold in einem Aufwärtstrend ist, aber in drei aufeinanderfolgenden Tagen fällt und neue Hochs ausbleiben, könnte das auf das Ende des Trends hindeuten.
Double Bottom und Double Top: Klare Signale für Trendwechsel
Neben Hoch- und Tiefpunkten gibt es Muster, die auf eine Trendwende hindeuten:
Double Bottom: Doppelter Boden
Entsteht, wenn der Kurs nach einem Tief wieder ansteigt, dann erneut auf ähnlichem Niveau fällt, aber nicht tiefer als beim ersten Mal. Es sieht aus wie ein “W” oder “U”. Das Muster signalisiert, dass die Unterstützung stark ist und eine Trendwende nach oben bevorsteht.
Double Top: Doppeltes Hoch
Wenn der Kurs nach einem Hoch wieder leicht fällt und erneut ein ähnliches Hoch erreicht, aber nicht höher steigt, sieht das aus wie ein “M”. Es deutet auf eine mögliche Trendwende nach unten hin.
Vor- und Nachteile: Warum die Dow-Theorie heute noch relevant ist
Vorteile
Einfaches und klares System
Die Prinzipien sind verständlich und erfordern keine komplexen mathematischen Modelle. Auch Einsteiger können sie schnell erlernen.
Effektive Trendbestimmung
Das Erkennen, ob sich der Markt in einem Auf- oder Abwärtstrend befindet, erleichtert Kauf- und Verkaufsentscheidungen.
Volumenanalyse
Die Berücksichtigung des Handelsvolumens hilft, echte Trendbestätigungen von Fehlsignalen zu unterscheiden.
Anwendbar auf alle Handelsinstrumente
Aktien, Futures, Kryptowährungen, Gold oder Währungspaare – die Prinzipien sind universell.
Nachteile
Verzögerte Signale
Die Bestätigung durch den Markt bedeutet, dass die Signale oft erst nach einer gewissen Kursbewegung auftreten. Trader handeln also manchmal zu spät.
Keine Berücksichtigung fundamentaler Daten
Bei plötzlichen Nachrichten (z.B. CEO-Wechsel, Gewinnwarnungen) kann die Theorie keine Vorwarnung geben, da sie nur Kursgrafiken betrachtet.
Nicht ideal für kurzfristige Märkte
Bei stark manipulierten oder sehr kurzfristigen Märkten kann die Theorie falsche Signale liefern.
Praktische Anwendung: Dow-Theorie beim CFD-Handel
Wenn Sie die Dow-Theorie verstehen, können Sie sie gezielt beim CFD-Handel einsetzen, da CFDs beide Richtungen (Long und Short) ermöglichen:
Bei Aufwärtstrend:
Bei Abwärtstrend:
Beispiel:
Gold zeigt einen klaren Aufwärtstrend mit höheren Hochs und höheren Tiefs.
Mit dem Verständnis der Dow-Theorie hast du einen klaren Plan, keine spekulative Wette.
Zusammenfassung: Dow-Theorie für klügere Trades
Obwohl die Dow-Theorie vor über einem Jahrhundert entwickelt wurde, sind ihre Grundprinzipien nach wie vor gültig und nützlich für alle Marktteilnehmer. Für eine vertiefte technische Analyse ist sie ein guter Einstieg.
Dieses System hilft Ihnen:
Durch kontinuierliches Üben mit einer zuverlässigen Plattform und einem Demokonto können Sie Ihre Fähigkeiten verbessern. Testen Sie Strategien risikofrei, bis Sie sich sicher fühlen, um dann mit echtem Geld zu handeln. Das ist der sicherste und sinnvollste Weg.