Der Marktführer für Prognosemärkte auf Polymarket, die letzte Ereignis- Wette auf die Frage „Wird Jesus bis 2027 wiederkommen?“, hat inzwischen ein kumuliertes Handelsvolumen von über 55 Millionen US-Dollar erreicht. Der No-Teilnehmer hat aktuell eine Quote von 96%.
(Vorgeschichte: Polymarket kündigte die Rückkehr in die USA an: genehmigt durch die CFTC, Betrieb einer Vermittler-Handelsplattform in der Rolle eines „designated contract market“)
(Ergänzender Hintergrund: Eine eingehende Analyse des On-Chain-Prognosemarkts „Polymarket“ – wie er zum globalen Gradmesser für große Ereignisse wurde und welche technischen & regulatorischen Herausforderungen im Raum stehen.)
Auf Prognosemärkten, in denen datengetriebene Entscheidungen im Vordergrund stehen, gibt es eine Wette auf eine Behauptung, die seit zweitausend Jahren niemand verifizieren konnte: Wird Jesus Christus wiederkommen? Der Vertrag bei Polymarket mit dem Namen „Will Jesus Christ return before 2027?“ ist so einfach, dass es fast absurd ist:
Wenn die Wiederkunft von Jesus Christus (Second Coming) vor Ende 2026 eintritt, wird der Markt mit Yes abgerechnet; andernfalls wird mit No abgerechnet.
In den offiziellen Abrechnungsregeln steht als Grundlage „Konsens aus glaubwürdigen Quellen“, aber was genau als glaubwürdige Quelle gilt, ob dies eine Vertrauensbasis mit öffentlicher Autorität hat – das wird in den Regeln nicht weiter erläutert.
Der Nutzer Ornery-Colt hat eine Abrechnungsfrage aufgeworfen: „Wenn sich jemand als der wiedergekommene Jesus ausgibt, zählt das dann als Yes? Oder muss das von der großen Kirche oder der kleinen Kirche anerkannt werden?“ Smoggy-Mixer fragt nach: „Und wenn stattdessen der jüdische Messias kommt und nicht Jesus?“.
Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit für Yes bei etwa 4%, für No bei etwa 96%.
Derzeit können Sie anhand offizieller Daten die größten Inhaber sehen, die auf YES und NO setzen; beide Positionen erreichen 500k US-Dollar.
Ich bin kein Christ und finde es auch an sich schon sehr seltsam, dass dieses Ereignis als gültig gilt. Aber ich glaube, dass viele darauf setzen, dass es bei No bleibt. Unter der Annahme, dass man eine No-Position für derzeit 96 Cent kauft und am Jahresende zur Abrechnung 1 US-Dollar zurückerhält, läge die jährliche Rendite bei ungefähr 5,5%.
Ein Kommentator brachte es so auf den Punkt: „Das ist kein Prognosemarkt, sondern ein festverzinsliches Produkt mit theologischer Fassade.“ Ein Nutzer aus der Community, Bare-Digit, schrieb: „Wenn ich 20 Millionen US-Dollar hätte, würde ich ohne Zögern komplett auf No setzen – sichere 200k. Komplett kostenloses Geld.“
Allerdings gibt es auch Nutzer, die warnen: „Wer denkt, das sei eine kostenlose Wette, wird Geld verlieren. Das ist ein sehr betrügerischer Prozess.“ Seine Bedenken sind nicht völlig unbegründet: Die Opportunitätskosten der gebundenen Gelder während der Sperrfrist, das Plattformrisiko und die unklaren Abrechnungsbestimmungen des Vertrags sind alles versteckte Kosten; schließlich sind auf Polymarket auch Kontroversen bei Ereignisbewertungen nicht selten.