Samsung Securities Halbleiter-Analyst Jong-wook Lee veröffentlichte am 30. März einen Forschungsbericht, in dem er darauf hinwies, dass trotz des jüngsten Rückgangs der Spotpreise für DRAM und der deutlichen Kursverluste bei Speicheraktien dieser Rückgang eine normale Korrektur innerhalb des Zyklus sei und kein Signal für eine wirtschaftliche Umkehr. Er rät Investoren, die Korrektur abzuwarten und die Chancen im Risiko-Rendite-Verhältnis zu nutzen.
Samsung Electronics und SK Hynix verzeichnen in fünf Tagen fast 10 % Kursverlust
In den letzten fünf Handelstagen sind die Aktienkurse von Samsung Electronics (KRX: 005930) um 9,82 % gefallen, während SK Hynix (KRX: 000660) sogar um 12,08 % eingebrochen sind. Beide führenden Speicherhersteller setzten den Abwärtstrend heute fort, mit Kursverlusten von 1,69 % bzw. 5,31 %, was die Marktbeobachter aufmerksam macht.
Der Auslöser für diesen Verkaufsdruck ist der Preisrückgang auf dem DRAM-Spotmarkt. Die Spotpreise für DDR5 16GB erreichten am 19. März ihren Höchststand und korrigierten seitdem kontinuierlich. Die Prämie des Spotpreises gegenüber den Vertragspreisen hat sich von durchschnittlich etwa 30 % im ersten Quartal auf zuletzt rund 20 % verringert. Investoren befürchten, dass diese Veränderung auf einen beginnenden Abwärtstrend bei Speicheraktien hindeuten könnte.
Analysteninterpretation: Es ist eine Korrektur, kein Hochpunkt
Lee erklärt klar, dass dieser Kursrückgang eine „Korrektur“ und kein „Hochpunkt“ sei.
Er betont, dass sich die Marktstory allmählich von „Wie stark steigen die DRAM-Preise?“ zu „Können die DRAM-Preise nachhaltig steigen?“ verschiebe. Während dieses Übergangs sei es schwierig, den genauen Wendepunkt zu erkennen, weshalb Schwankungen unvermeidlich seien. Daher empfiehlt er, während der Korrektur die Positionen zu halten und abzuwarten, um ein günstiges Risiko-Rendite-Verhältnis zu erzielen. Ein zu frühes Aussteigen könnte die Chance auf eine spätere Erholung verpassen.
Angebotsreaktion verzögert sich, Gewinne könnten sich in einer „Plateau“-Form entwickeln
Seine Argumentation basiert auf den strukturellen Veränderungen im Angebot während dieses Speicherzyklus. Lee weist darauf hin, dass im Vergleich zu früheren Speicherzyklus-Phasen die Kapazitätserweiterungen im aktuellen Zyklus etwa ein Jahr langsamer reagierten. Das bedeutet, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage länger bestehen bleibt.
Daher erwartet er, dass die Gewinnkurve der Speicherhersteller nicht die typischen „schnellen Anstiege und Abstürze“ zeigt, sondern eher eine „Plateau“-Form annimmt. Dies würde das Vertrauen der Investoren in die Zyklusfortsetzung stärken und die Bewertung stabilisieren.
Der wahre Frühwarnsignal für einen Top im Konjunkturzyklus liegt im KI-Nachfragebereich
Gleichzeitig warnt Lee, dass DRAM letztlich eine zyklische Branche sei und Risiken nicht ignoriert werden dürften. Dennoch solle man sich nicht von vagen Ängsten zu hastigem Ausstieg verleiten lassen.
Er betont, dass das tatsächliche Top im Speicherzyklus nur durch eine strukturelle Veränderung in der Nachfrage der nachgelagerten Branchen erkannt werden könne. Konkret müsse man die Entwicklungen bei führenden generativen KI-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic sowie bei großen Internet-Service-Providern (ISPs) genau beobachten, insbesondere deren Investitions- und Kapazitätsplanungen.
Derzeit investiere die KI-Infrastruktur weiterhin stark, und die Nachfrage habe noch Spielraum nach oben. Es gebe keine Anzeichen für einen Zyklus-Höhepunkt.
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Gasversorgungssorgen sind Kostenproblem, kein Produktionskrise
Ein weiteres aktuelles Marktproblem sind die möglichen Engpässe bei der Gasversorgung, die die Speicherproduktion beeinträchtigen könnten. Lee hält diese Sorge für übertrieben. Er erklärt, dass die Gasversorgung nur eine Kostensteigerung bedeute, nicht aber eine Unterbrechung der Produktion. Die Natur der Risiken sei grundlegend verschieden.
Die Kostenstruktur der Speicherindustrie wird langfristig hauptsächlich durch technologische Weiterentwicklungen, Verbesserungen bei Wafer-Ausbeuten und das Ausmaß der Kapitalinvestitionen bestimmt. Schwankungen bei Rohstoffpreisen hätten nur begrenzten Einfluss. Zudem könnten in einem starken Nachfrageumfeld steigende Rohstoffkosten meist durch Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden, was die Gewinnmargen nur wenig beeinträchtige.
Stimmung treibt den Verkaufsdruck, die Fundamentaldaten sind stabil
Zusammenfassend sieht Lee die aktuelle Kursentwicklung als eine „Stimmungsfrage“ und keine fundamentale Schwäche. Nach dem starken Anstieg der DRAM-Preise und der Speicheraktien sei die Angst vor einem Zyklusende groß, und Investoren suchten nach konkreten Daten, um die Unsicherheit zu verringern. Die vorübergehende Schwäche der Spotpreise sei genau das, was diese Angstgefühle abmildern könne.
Er rechnet damit, dass die Speicheraktien nach einer Bestätigung der Marktrichtung im dritten Quartal, etwa durch Hinweise auf KI-Server-Beschaffungen, Lagerbestände der wichtigsten Kunden und Verhandlungsergebnisse bei Verträgen, wieder stabil werden und die tatsächliche Profitabilität der Unternehmen widerspiegeln.
Dieser Artikel „Kann man Speicheraktien nach dem Crash noch kaufen? Samsung-Analyst: Korrektur im Zyklus, kein Zyklus-Hoch“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.