Mit dem anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Ölpreise und die Inflationserwartungen in die Höhe treibt, haben Analysten der Deutschen Bank eine “Trump Pressure Index” entwickelt, um den Zeitpunkt zu erfassen, an dem Präsident Trump möglicherweise seine Politik ändert, basierend auf Indikatoren wie Trumps Zustimmungsraten, Inflationserwartungen, Aktienmarktperformance und Veränderungen der Renditen von US-Staatsanleihen.
Von Zöllen bis zu Kriegen, Trumps “TACO” wird erneut zum Thema
Laut einem Bericht der Financial Times ist der globale Ölmarkt seit Trumps militärischen Aktionen gegen den Iran starken Schwankungen ausgesetzt, wobei die Benzinpreise in den USA zeitweise um über 30% gestiegen sind. Angesichts des Krieges, der sowohl den Energiemarkt als auch die Geldbeutel der Wähler belastet, beginnen die Investoren, die alte Strategie des letzten Jahres wieder aufzunehmen: auf Trumps Rückzug zu setzen.
Dieses Phänomen hat an der Wall Street einen eigenen Namen: “TACO (Trump Always Chickens Out)”, was bedeutet “Trump gibt immer nach”. Dieser Begriff entstand aufgrund von Trumps früheren hohen Zöllen auf verschiedene Länder, gefolgt von wiederholten Rückzügen. Nun, da der Krieg mit dem Iran länger dauert, wird TACO erneut zum meistdiskutierten Thema auf dem Markt.
(TACO Handelsgewinne Geheimtipps? Polymarket setzt immer auf “Nein” mit einer Rendite von 12%)
Deutsche Bank quantifiziert Trumps “Nachgiebigkeitsgrenze”
Um ein quantifizierbares Rahmenwerk für dieses Marktphänomen zu schaffen, hat Maximilian Uleer, der Leiter der Multianlagenstrategie bei der Deutschen Bank, einen “Trump Pressure Index” entwickelt, um den politischen Druck, dem der Präsident zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesetzt ist, zu bewerten.
This is Wild.
Die Deutsche Bank hat einen Index entwickelt, der hilft, das nächste TACO von Trump vorherzusagen.
Er hat sich bei früheren großen Wendepunkten von Trump als effektiv erwiesen.
Der “Pressure Index” kombiniert die monatliche Veränderung der Zustimmungswerte, die Inflations-Erwartungen für ein Jahr und die Performance der… pic.twitter.com/aCFpU4nnrI
— Nic (@nicrypto) 26. März 2026
Der Index verfolgt insgesamt vier Kernvariablen: die monatliche Veränderung der Trumps Zustimmungsrate, die Marktprognosen für die einjährige Inflation, die Performance des US S&P 500 Index sowie die Trends der Renditen von US-Staatsanleihen. Uleer stellt fest, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Trump seine Politik ändert, erheblich steigt, wenn alle vier Indikatoren sich gleichzeitig verschlechtern und der Index weiter steigt.
Trump Pressure Index erreicht Höchststand, übertrifft Tag der Befreiung
Es ist bemerkenswert, dass der Index mittlerweile auf den höchsten Stand seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus gestiegen ist und sogar den “Tag der Befreiung” für Zölle des letzten Jahres übertrifft.
Aktuell ist die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen in diesem Monat um etwa 0,4 Prozentpunkte gestiegen und hat die schlechteste Monatsperformance seit Ende 2024 erreicht. Der S&P 500 Index fiel in den letzten Handelstagen um über 1,7%, während der Nasdaq um mehr als 2,3% nachgab.
Monica Defend, Forschungsleiterin bei AXA Investment Managers, weist darauf hin, dass die Trump-Regierung jedes Mal, wenn die Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen sich 4,5% nähert, deutlich nervöser wird und Maßnahmen ergreift: “Als Investor muss man dies im Voraus antizipieren.”
“Ölpreise” werden zur direktesten politischen Druckquelle
Uleer enthüllt, dass unter allen Druckvariablen die Ölpreise die größte politische Sensitivität für Trump aufweisen. Je näher die Zwischenwahlen rücken, desto stärker wird diese rote Linie das Weiße Haus binden.
Er bemerkte auch, dass die Trump-Regierung ein festes Muster der “mündlichen Intervention” entwickelt hat: Jedes Mal, wenn die Rohölpreise in den USA sich dem Preis von 95 bis 100 Dollar pro Barrel nähern, wird das Weiße Haus die Signale zur Abkühlung verstärken, einschließlich Andeutungen über Fortschritte in den Friedensverhandlungen mit dem Iran oder die Ankündigung, die strategischen Ölreserven in Betracht zu ziehen. Diese Strategie der “mündlichen Preissenkung” hat bisher in gewissem Maße den weiteren Anstieg der Preise unterdrückt.
Jose Torres, ein leitender Ökonom bei IB Interactive Brokers, schlägt eine andere, am Markt weit verbreitete Faustregel vor: “Wenn der Aktienmarkt etwa 5% von seinem Höchststand fällt, neigt Trump normalerweise dazu, politisch nachzugeben.”
Der Markt verharrt in der Unsicherheit
Obwohl der Druckindex einen relativ objektiven Referenzrahmen bietet, entscheiden sich die meisten Investoren dennoch dafür, abzuwarten. Schließlich könnten die Ölpreise angesichts einer Eskalation der Situation auf 150 Dollar pro Barrel steigen oder durch einen einzigen Social-Media-Post von Trump schlagartig umkehren – die Richtung ist schwer vorherzusagen.
Der Druckindex der Deutschen Bank bietet in einem solch hochgradig unsicheren Umfeld jedoch einen relativ objektiven Maßstab für den Markt.
Dieser Artikel über den quantifizierten Trump-Ausspruch der Deutschen Bank: “Pressure Index” sagt voraus, wann Trump nachgeben wird, erschien zuerst auf Chain News ABMedia.