Asset-Management-Gigant BlackRocks CEO Larry Fink hat in einem BBC-Interview erklärt, dass ein Anstieg des Ölpreises auf 150 US-Dollar pro Barrel eine globale Rezession auslösen könnte. Gleichzeitig forderte er die Gesellschaft auf, im Zeitalter der KI den Wert von Handwerksberufen wie Elektrikern und Wasserinstallateuren neu zu schätzen, da diese Berufe weitaus wichtiger seien als einige white-collar Jobs, die bald von KI ersetzt werden könnten.
Iran-Krieg verschärft sich, Ölpreis könnte zur globalen Rezession führen
Seit Beginn des Iran-Kriegs schwankt der internationale Ölpreis stark. Fink sagte im Interview, dass, falls der Iran nach einem Waffenstillstand weiterhin die Sicherheit der Schifffahrt im Hormuzstraßen bedroht, die Preise langfristig über 100 bis 150 US-Dollar pro Barrel bleiben könnten, was schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte:
Wenn die Ölpreise dauerhaft bei 150 US-Dollar bleiben, stehen wir vor einer globalen Rezession.
Als lebenswichtiger Knotenpunkt für den globalen Energiehandel transportiert die Hormuzstraße etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und verflüssigten Gases (LNG). Ihre nahezu vollständige Blockade bringt viele asiatisch-pazifische Länder in eine Krise.
Fink wies auch auf eine optimistischere Möglichkeit hin: Wenn der Krieg endet, Iran wieder in die internationale Gemeinschaft integriert wird und die Länder wieder in Frieden koexistieren, könnten die Ölpreise stabil bleiben oder sogar unter das Vorkriegsniveau fallen.
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KI verändert Arbeitsstrukturen, Nachfrage nach Wasser- und Elektrikern wird stark steigen
Fink sprach auch die strukturellen Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt an. Er glaubt, dass KI zwar einige traditionelle Büroarbeitsplätze ersetzen könnte, gleichzeitig aber eine große Nachfrage nach technischen Handwerksberufen wie Elektrikern, Schweißern und Installateuren schaffen wird, da der Aufbau und die Wartung der KI-Infrastruktur stark auf diese praktischen Fachkräfte angewiesen ist.
Wir haben vielen Berufen falsche Etiketten aufgedrückt und viele Menschen falsch eingeschätzt. Manche sind vielleicht gar nicht für Banken, Medien oder Juristenberufe geeignet, sondern könnten hervorragende Techniker werden. Wir müssen diese Richtung jetzt neu ausrichten.
Fink kritisierte, dass die amerikanische Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg stark auf Hochschulbildung gesetzt hat, was unbewusst die Wertschätzung für technische Berufe verringert hat. Die Medien porträtieren Elektriker oft negativ, während Investmentbanker in Filmen idealisiert werden. Diese kulturellen Verzerrungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Berufswahl der Gesellschaft.
Er forderte, den Wert der blauen Berufe wieder anzuerkennen: „Wir müssen die Menschen stolz auf Berufe wie Elektriker und Installateure machen. Diese Karrieren sind genauso wertvoll wie jede white-collar Arbeit.“
KI-Bewertungen steigen, keine Finanzblase
Angesichts der Bedenken, dass Investitionen in KI überhitzt sein könnten, zeigte sich Fink deutlich. Er betonte, dass KI derzeit das zentrale Schlachtfeld im globalen Technologiewettbewerb sei. Wenn die USA nicht aktiv investieren, würden sie letztlich gegen China verlieren:
Ich halte das nicht für eine Blase. Es mag sein, dass ein oder zwei KI-Unternehmen scheitern, das ist verständlich.
Fink wies jedoch auch auf das größte Hindernis hin: „Hohe Energiekosten.“ Er kritisierte Europas Energiewende als „Nur-Reden ohne Taten“ und forderte die USA auf, trotz eigener Energieunabhängigkeit verstärkt in Solar- und erneuerbare Energien zu investieren, um ausreichend günstigen Strom für das schnelle Wachstum der KI zu sichern.
Im Vergleich investiert China massiv in Solar- und Kernenergie und zeigt eine zukunftsorientierte und umsetzungsstarke Energiepolitik.
(Wood: Ältere fürchten KI-Blase, Gerüchte verursachen Bitcoin-Panik)
Stabiles Finanzsystem, keine Wiederholung der Krise von 2008
Einige Marktanalysten sehen Parallelen zwischen der aktuellen Finanzlage und der vor der Finanzkrise 2007/2008, darunter steigende Energiepreise und Beschränkungen bei privaten Kreditfonds, die Bedenken hinsichtlich systemischer Risiken wecken.
Fink wies diese Vergleiche entschieden zurück. Er betonte, dass die heutigen Finanzinstitute viel stabiler seien als damals. Die problematischen Fonds machen nur einen kleinen Teil des Marktes aus, und das Vertrauen der institutionellen Investoren sei nach wie vor stark: „Ich sehe keinerlei Ähnlichkeiten, überhaupt keine.“
Dieser Artikel basiert auf dem BBC-Interview mit Larry Fink: Ein Ölpreis von 150 US-Dollar könnte eine globale Rezession auslösen, KI ist eine Chance für blaue Berufe, zuerst veröffentlicht bei Chain News ABMedia.