Iranischer Krieg ist der Grund für Taiwans Wiederaufnahme der Kernenergie? Er wirft zwei Datenpunkte auf und stellt in Frage: Kernenergie ist nicht wegen AI

ChainNewsAbmedia

Präsident Lai Ching-te schlug die Wiederaufnahme der Kernenergie vor, um auf den plötzlichen Anstieg des Stromverbrauchs durch KI zu reagieren. Fenix, CEO von Teahouse Finance, äußerte jedoch in seinem persönlichen Blog eine andere Meinung. Er ist der Ansicht, dass die Stromverbrauchsmonster der KI-Industrie – die Rechenzentren – hauptsächlich in den USA und China konzentriert sind. Taiwan ist derzeit kein bedeutender Standort für KI-Training, sodass der sogenannte „KI-Stromverbrauchsboom“ kurzfristig keinen direkten Druck auf das lokale Stromnetz ausübt.

Andererseits stammen 40 % der Stromerzeugung in Taiwan aus Erdgas. Nach dem Drohnenangriff auf Energieanlagen im Iran kündigte Katar die vorübergehende Einstellung der LNG-Produktion an. Als zweitgrößter LNG-Exporteur weltweit liefert Katar etwa 20 % des globalen LNG. Zudem ist die Straße von Hormuz blockiert. Bei einer Blockade oder erheblichen Störungen dieser Passage würde die asiatische Energieversorgungskette am stärksten betroffen sein. Das könnte der eigentliche Grund für die Wiederaufnahme der Kernenergie sein.

Taiwan erzeugt 40 % seines Stroms aus Erdgas, LNG steckt in Hormuz fest

Zunächst ist entscheidend, die aktuelle Stromstruktur Taiwans zu verstehen. Laut öffentlich zugänglichen Daten macht Erdgas (LNG) etwa 40 % der Stromerzeugung aus. Die tatsächlichen sicheren Lagerbestände an LNG reichen meist nur für etwa 7 bis 11 Tage.

In jüngster Zeit haben sich die Spannungen im Nahen Osten verschärft, insbesondere die Risiken im Schifffahrtsweg von Hormuz steigen. Nach dem Drohnenangriff im Iran kündigte Katar die vorübergehende Einstellung der LNG-Produktion an. Als zweitgrößter LNG-Exporteur weltweit liefert Katar rund 20 % des globalen LNG.

(伊朗無人機襲擊,卡達喊 LNG 停產!全球 20% 液化天然氣從這裡來)

Experten warnen, dass eine Blockade oder schwere Störungen dieser Passage die asiatische Energieversorgung erheblich beeinträchtigen würde. Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos erklärte ebenfalls den nationalen „Energie-Notstand“, da die Ölreserven nur noch 45 Tage ausreichen. Vor diesem Hintergrund wird das strukturelle Problem Taiwans, das zu über 97 % auf Energieimporte angewiesen ist, erneut sichtbar. Die Energieversorgungssicherheit rückt wieder in den Mittelpunkt der Politik.

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Taiwan ist nicht der Hauptverbrauchsort für KI-Strom

Auf der anderen Seite wird die direkte Verbindung zwischen der Wiederaufnahme der Kernenergie und dem Stromverbrauch durch KI in Frage gestellt, da sie auf einer unzureichenden industriellen Grundlage beruht. Betrachtet man die globale Infrastruktur für KI, so konzentrieren sich große Modelltrainings auf riesige Rechenzentren in den USA (z. B. Virginia, Texas, Arizona) und China. Taiwans Rolle in der KI-Wertschöpfungskette besteht vor allem im Chip-Design und in der Chip-Produktion, die dann an ausländische Rechenzentren für tatsächliches Rechnen und Training geliefert werden.

Mit anderen Worten: Taiwan ist derzeit kein bedeutender Standort für den KI-Stromverbrauch. Der sogenannte „KI-Stromverbrauchsboom“ stellt kurzfristig keinen direkten Druck auf das lokale Stromnetz dar.

Taiwan fördert Kernenergie nicht wegen KI, sondern wegen der Blockade im Hormuz

Fenix weist darauf hin, dass die Energieerzeugungsstruktur zeigt, dass Kohlekraftwerke zwar Speicherfähigkeit besitzen, aber hohe Umweltkosten verursachen. Gaskraftwerke sind vergleichsweise emissionsarm, sind aber stark von Importen abhängig. Erneuerbare Energien sind durch ihre intermittierende Natur begrenzt und können keine stabile Grundlast liefern. Unter diesen Bedingungen bleibt die Kernenergie die beste Option.

Im Vergleich dazu bietet die Kernenergie den Vorteil, dass sie keine kontinuierlichen Importe von Brennstoff benötigt. Brennstäbe können einmal geladen werden und etwa 18 Monate betrieben werden. Sie sind klein, können langfristig vorrätig gehalten werden und bieten eine der wenigen Möglichkeiten, großflächige Stromversorgung, stabile Leistung und relative Energieautonomie zu vereinen.

Er sagt: „Ich glaube, die Regierung weiß längst, wie aussichtslos das ist. Aber man kann ja nicht sagen, dass wir Krieg führen müssen, und dann im Meer die Kabel durchschneiden, um das Netz zu kappen. Deshalb sagt man jetzt natürlich, KI kommt.“

Daher ist der wahre Beweggrund für die Wiederaufnahme der Kernenergie durch die Regierung wahrscheinlich nicht nur der Strombedarf durch KI, sondern vielmehr die geopolitischen Risiken, die Unsicherheiten in der Energieversorgung und die Notwendigkeit, die Energiesicherheit angesichts zunehmender Spannungen zu gewährleisten. Die offizielle Argumentation richtet sich eher nach dem Markt und der Gesellschaft, wobei die KI-Entwicklung als plausibler Grund erscheint.

Diese Analyse legt nahe, dass der wahre Grund für die Wiederaufnahme der Kernenergie in Taiwan nicht die steigende KI-Nachfrage ist, sondern die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die Blockade im Hormuz, die die globale Energieversorgung bedroht.

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