
BlackRock-CEO Larry Fink hat in seinem neuesten Jahresbrief an die Aktionäre zum zweiten Mal in Folge die Tokenisierung traditioneller Anlagen stark befürwortet. Während sich die Argumentation in diesem Jahr vom technischen Machbarkeitsnachweis auf die Zugänglichkeit für die breite Masse verschoben hat, betont Fink, dass weltweit etwa die Hälfte der Bevölkerung digitale Geldbörsen auf dem Smartphone besitzt. Wenn Tokenisierung es ermöglicht, Investitionen in Aktien, Anleihen und andere Vermögenswerte so bequem wie das Bezahlen mit dem Smartphone zu tätigen, würde dies die Teilnahmebarriere grundlegend senken.

Bis 2025 liegt Finks Fokus auf technischer Transformation. Er vergleicht die Tokenisierung mit der Entwicklung vom Postdienst zum E-Mail-Dienst und beschreibt, wie sie Transaktionen von mehreren Tagen auf wenige Sekunden verkürzen kann, ohne dass die Märkte geschlossen werden müssen. Dieses Jahr richtet sich sein Blick deutlich mehr auf die Nutzerseite.
Er schreibt in seinem Brief: „Stellen Sie sich vor, diese digitale Geldbörse könnte es Ihnen ermöglichen, wie beim Bezahlen langfristig in verschiedene Unternehmen zu investieren – das wäre äußerst bequem. Tokenisierung kann durch die Aktualisierung der zugrunde liegenden Finanzsysteme diese Zukunft beschleunigen – Investitionen einfacher zu emittieren, zu handeln und zugänglich zu machen.“
Finks Argumentation basiert auf konkreten Daten: Rund 50 % der Weltbevölkerung besitzen bereits digitale Geldbörsen auf ihren Smartphones. Diese weit verbreitete Infrastruktur macht den Übergang von technischer Experimentierphase zu Massenmarkt sichtbar, anstatt nur eine ferne Vision zu sein.
Finks Initiative ist kein Einzelner, sondern wird durch beschleunigte regulatorische und institutionelle Maßnahmen begleitet.
SEC: Unter Leitung von Chairman Paul Atkins hat die SEC angekündigt, dass die NASDAQ Pilotprojekte für tokenisierte Aktien starten könnte, und arbeitet aktiv an der Entwicklung von Regeln für den Handel mit Wertpapieren auf der Blockchain.
NASDAQ: Hat eine Partnerschaft mit dem Digital-Asset-Unternehmen Talos geschlossen, um institutionellen Investoren die Nutzung tokenisierter Sicherheiten zu ermöglichen. Der Executive Vice President Roland Chai erklärt, dass das Ziel darin bestehe, „die On- und Off-Chain-Marktplätze zu integrieren und gleichzeitig die Liquidität und Integrität regulierter Märkte zu wahren.“
BlackRock: Hat den größten Spot-Bitcoin-ETF aufgelegt und ist damit einer der aktivsten traditionellen Vermögensverwalter im Bereich digitaler Assets.
Goldman Sachs: Hat im letzten Jahr erstmals in seinem Jahresbrief die Verbreitung von Kryptowährungen anerkannt und betont, dass neue Technologien wie Distributed Ledger Technology (DLT) die Wettbewerbslandschaft im Finanzsektor verschärfen.
Das zentrale Prinzip der Tokenisierung besteht darin, traditionelle Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Immobilien in digitale Token auf der Blockchain umzuwandeln, die fragmentiert gehalten werden können (Teilbesitz), um Transaktionen mit geringeren Reibungsverlusten zu ermöglichen und eine 24/7-Liquidität zu unterstützen.
Fink hat bereits im letzten Jahr erwähnt, dass Tokenisierung das Potenzial hat, durch Teilbesitz die Demokratisierung von Investitionen zu realisieren, sodass Vermögensklassen, die früher nur wohlhabenden Investoren zugänglich waren, einer breiteren Öffentlichkeit offenstehen. Dieses Jahr hebt er weiter hervor, dass die breite Verbreitung digitaler Geldbörsen auf Smartphones bereits eine bestehende Infrastruktur für diesen Wandel schafft. Vom Konzept bis zum Pilotprojekt schreitet die Tokenisierung schnell von Finks jährlichem Vergleich – vom technischen Bild bis zur regulatorischen Genehmigung, institutionellen Beteiligung und technologischen Umsetzung – in die Realität voran.
Was ist Tokenisierung und warum setzt sich Fink dafür ein?
Tokenisierung bedeutet, traditionelle Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Immobilien in digitale Token auf der Blockchain umzuwandeln, die fragmentiert gehalten, kostengünstig gehandelt und rund um die Uhr zirkuliert werden können. Fink ist der Ansicht, dass die breite Verbreitung digitaler Geldbörsen auf Smartphones das Potenzial hat, Investitionen so bequem wie alltägliche Zahlungen zu machen und dadurch die Teilnahme für normale Nutzer erheblich zu erweitern.
Was tun SEC und NASDAQ konkret im Bereich der Tokenisierung?
Unter Leitung von Paul Atkins hat die SEC angekündigt, dass NASDAQ Pilotprojekte für tokenisierte Aktien starten könnte, und arbeitet an einem Regelrahmen für den Handel mit Wertpapieren auf der Blockchain. Kürzlich kündigte NASDAQ eine Partnerschaft mit Talos an, um die Nutzung tokenisierter Sicherheiten für institutionelle Investoren zu ermöglichen. Damit schreitet die Tokenisierung vom politischen Diskurs in die praktische Infrastrukturentwicklung voran.
Wie fördert Tokenisierung die Demokratisierung von Investitionen?
Traditionelle Vermögenswerte wie Immobilien oder Private Equity sind oft mit hohen Einstiegshürden verbunden. Tokenisierung ermöglicht die fragmentierte Eigentumsbildung, sodass Nutzer nur einen Teil eines Hauses oder eines Unternehmens kaufen und auf der Blockchain frei übertragen können. In Kombination mit der globalen Verbreitung digitaler Geldbörsen auf Smartphones kann theoretisch jeder mit kleineren Beträgen in zuvor schwer zugängliche Asset-Klassen investieren.