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Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson kritisiert Bitcoin als Pyramidensystem, was eine Gegenreaktion von Branchenexperten wie Michael Saylor auslöste und die Debatte über das System und die Währung erneut entfacht.
Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson veröffentlichte kürzlich einen Meinungsartikel in der britischen Zeitung „Daily Mail“, in dem er Bitcoin als „riesiges Pyramidensystem“ bezeichnete, was zu heftigen Reaktionen aus der Krypto-Community und Branchenvertretern führte.
Bildquelle: X/@BorisJohnson Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson schrieb in der „Daily Mail“, Bitcoin sei ein „riesiges Pyramidensystem“.
Johnson äußerte in dem Artikel, dass er Kryptowährungen seit langem skeptisch gegenüberstehe und ihre Werte auf „ständig neue Investoren“ stütze, anstatt auf echten inneren Wert. Er gab als Beispiel an, dass ein Rentner aus einem Dorf in Oxfordshire in einer Bar 500 Pfund an einen Mann übergeben habe, der behauptete, durch Investitionen in Bitcoin das Kapital verdoppeln zu können.
Laut Johnson zahlte dieser Rentner in den folgenden dreieinhalb Jahren kontinuierlich verschiedene Gebühren, um Geld abzuheben, was ihm jedoch nie gelang. Schließlich verlor er insgesamt etwa 20.000 Pfund (ca. 26.000 USD), was ihn in finanzielle Schwierigkeiten brachte.
Johnson nutzt dieses Beispiel als Warnung und meint, viele Krypto-Investitionen seien nur verkappte Betrügereien. Er schrieb in dem Artikel, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold oder Sammlerstücken „nur eine Reihe von Zahlen auf einem Computer“ sei.
Im Artikel zieht Johnson einen Vergleich mit „Pokémon-Karten“. Er meint, dass selbst Sammlerobjekte wie Karten kulturellen und emotionalen Wert hätten und daher langfristig gehandelt werden könnten.
Er erklärt, dass Figuren wie Pikachu seit Jahrzehnten existieren und selbst Menschen, die kein Interesse an diesen Karten haben, nachvollziehen können, warum bestimmte Sammlerstücke einen Marktwert haben. Im Gegensatz dazu zweifelt er an, dass Bitcoin eine ähnliche kulturelle Basis besitzt.
Bildquelle: Netflix Boris Johnson sagt, dass Figuren wie Pikachu seit Jahrzehnten existieren und auch Menschen, die kein Interesse an diesen Karten haben, verstehen, warum bestimmte Sammlerstücke einen Markt haben.
Johnson richtet auch den Blick auf den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto. Er hinterfragt, warum ein von anonymen Personen gegründetes Finanzsystem ohne institutionelle Unterstützung weltweit Vertrauen genießen könne.
„Wenn eines Tages jemand dieses Verschlüsselungssystem knackt, wer soll dann verantwortlich gemacht werden?“ schrieb Johnson. Er scherzte sogar, dass Nakamoto nur eine fiktive Figur sein könnte, ähnlich wie Pikachu oder Glumanda.
Die Kommentare von Johnson lösten schnell Diskussionen in den sozialen Medien aus, wobei die Reaktion von Michael Saylor, Gründer von Strategy, besonders im Fokus stand. Das Unternehmen gilt als eines der börsennotierten mit den weltweit meisten Bitcoin-Beständen.
Saylor erklärte auf der Plattform X, dass die Bezeichnung Bitcoin als Pyramidensystem ein grundlegendes Missverständnis sei. Er betonte, dass die Kernmerkmale eines Pyramidensystems darin bestehen, dass zentrale Akteure feste Renditen versprechen und spätere Investoren die Gelder früherer Investoren verwenden.
Bildquelle: X/@saylor Saylor widerspricht Boris Johnson auf X und sagt, dass die Bezeichnung Bitcoin als Pyramidensystem ein grundlegendes Missverständnis sei.
„Bitcoin hat keinen Herausgeber, keinen Promoter und keine garantierte Rendite“, so Saylor. „Es ist nur ein dezentralisiertes Währungssystem, das durch Open-Source-Code und Marktnachfrage angetrieben wird.“
Einige Nutzer ergänzten auf X mit der Funktion „Community Notes“, dass Pyramidensysteme meist extrem hohe und nahezu risikofreie Renditen versprechen, während der Bitcoin-Markt vollständig durch den freien Markt bestimmt wird.
Bildquelle: X Community Notes Einige Nutzer ergänzten auf X mit „Community Notes“, dass Pyramidensysteme meist extrem hohe und nahezu risikofreie Renditen versprechen, während der Bitcoin-Markt vollständig durch den freien Markt bestimmt wird.
Neben Saylor widersprachen viele Krypto-Experten Johnsons Ansicht. Einige Entwickler erklärten, dass die Bitcoin-Angebotsmenge auf 21 Millionen begrenzt sei und das Netzwerk durch globale Knoten gemeinsam gewartet werde, was einen fundamentalen Unterschied zu typischen Finanzbetrugsmodellen darstelle.
Andere Kommentare erweiterten die Diskussion auf das Fiat-Geld-System. Nutzer wiesen darauf hin, dass die massiven Geldmengenausweitungen der Regierungen während der Pandemie das eigentliche systemische Problem seien, das langfristige Inflation und Schuldenrisiken verursache.
BitMEX Research konterte sogar mit einem Bildfehler und schrieb kurz: „Niemand hat die Kontrolle über Bitcoin.“ (Nobody is in charge.)
Bildquelle: X/@BitMEXResearch BitMEX Research kontert Boris Johnsons falsche Bildzitate.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Bitcoin im globalen Finanzsystem bleibt die Debatte über seinen Wert und seine Legitimität bestehen. Von Politikern bis hin zu Branchenführern prallen unterschiedliche Meinungen aufeinander, was zeigt, dass Kryptowährungen weiterhin eines der kontroversesten Themen in der modernen Finanz- und Tech-Industrie sind.
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