
Laut den neuesten Daten der On-Chain-Datenplattform Etherscan ist der durchschnittliche Gas-Preis auf Ethereum auf ein Mehrjahrestief von etwa 0,045 Gwei gefallen. Bei diesem Tarif kostet eine gewöhnliche ERC-20 Token-Swap-Transaktion nur noch etwa 0,01 USD, und die ETH-Überweisung kostet sogar weniger als 0,01 USD. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 ist die Gas-Gebühr auf Ethereum innerhalb eines Jahres um mehr als 90 % gesunken.

(Quelle: Etherscan)
Dieser Rückgang der Gebühren zeigt sich auf mehreren Ebenen:
Normale ETH-Überweisung: weniger als 0,01 USD
ERC-20 Token Swap (Uniswap-Test): ca. 0,01 USD
Komplexere Operationen wie Cross-Chain-Bridging oder DeFi-Kredite: in den meisten Fällen unter 0,12 USD
Durchschnitt diese Woche: 0,5 bis 0,6 Gwei
Gleichzeitig 2025: ca. 6 Gwei (über 90 % Rückgang innerhalb eines Jahres)
Höhepunkt des Bullenmarkts 2024: einzelne Transaktionen über 200 USD
Das bedeutet, selbst für den gewöhnlichsten DeFi-Nutzer kosten heute mehrere On-Chain-Transaktionen insgesamt vielleicht nicht mehr als eine Tasse Kaffee.
Der strukturelle Rückgang der Gas-Gebühren ist kein zufälliges Marktereignis, sondern spiegelt tiefgreifende Anpassungen der Netzwerkarchitektur in den letzten zwei Jahren wider:
Aufstieg von Layer-2-Netzwerken: Viele alltägliche Transaktionen wurden auf Arbitrum, Base, Optimism und andere Layer-2-Lösungen verlagert. Diese L2-Netzwerke können deutlich mehr Transaktionen pro Sekunde verarbeiten als das Ethereum Mainnet und sind oft nur ein Bruchteil der Kosten des Mainnets.
Dencun-Upgrade (2024): Einführung von EIP-4844 (Proto-Danksharding), das Rollups auf dem Mainnet spezielle Blob-Speicher für Daten bereitstellt, wodurch die Kosten für L2, Daten an das Mainnet zu übermitteln, erheblich sinken und die Gesamtkostenstruktur verbessert wird.
Fusaka-Upgrade (2025): Durch PeerDAS-Technologie wird die Blob-Kapazität erhöht, was die Datenverarbeitung weiter beschleunigt und mehr L2-Aktivitäten ermöglicht, effizient auf dem Mainnet abzurechnen.
Diese technischen Veränderungen führen dazu, dass das Ethereum-Mainnet zunehmend zu einer „sicheren Abrechnungsschicht“ wird, während die Ausführung aller Transaktionen auf andere Layer ausgelagert wird. Die Blockauslastung auf dem Mainnet liegt derzeit bei etwa 46 %, deutlich niedriger als die früher häufigen Überlastungen.
Der historische Tiefstand der Gas-Gebühren lässt auch einige frühere Vergleiche zwischen Blockchain- und traditionellen Finanzkosten neu bewerten. Einige Banken-Experimente haben gezeigt, dass bei Überweisungen über einem bestimmten Schwellenwert (z. B. ca. 7.000 USD) die Gesamtkosten einer Banküberweisung niedriger sein könnten als die Überweisung mit Stablecoins (die meist eine feste Gebühr von 1 bis 2 USDT plus prozentuale Gebühren erheben).
Heute, da die Überweisungskosten auf Ethereum für ERC-20-Transfers auf 0,01 bis 0,02 USD gefallen sind und einige Layer-2-Transaktionen sogar unter 0,01 USD kosten, hat sich die Grundlage für solche Vergleiche grundlegend verändert. Selbst bei mehreren On-Chain-Operationen könnten die Gesamtkosten deutlich unter jeder festen Gebühr liegen. Mit der fortschreitenden Skalierung von Ethereum wird das traditionelle Bild „hohe Blockchain-Gebühren“ durch eine neue, realistische Kostenstruktur ersetzt.
Der Rückgang der Gas-Gebühren spiegelt eine geringere Netzüberlastung wider, nicht eine geringere Nachfrage. Viele Aktivitäten wurden auf Layer-2-Lösungen verlagert, wodurch das Transaktionsvolumen auf dem Mainnet sinkt und die Gebühren fallen. Der ETH-Preis wird hingegen durch breitere makroökonomische Faktoren beeinflusst, etwa die allgemeine Stimmung im Kryptomarkt, ETF-Finanzierungen usw. Die Korrelation zwischen Gas-Gebühren und ETH-Preis ist derzeit nicht direkt.
Ja, Transaktionen auf Layer-2-Netzwerken wie Arbitrum, Base, Optimism sind in der Regel günstiger als auf dem Ethereum-Mainnet — manche Transaktionen kosten nur noch 0,001 USD oder weniger. Layer 2 eignet sich für Hochfrequenzhandel, Mikropayments und DeFi-Operationen, während das Mainnet für hochsichere, wertvolle Abrechnungen besser geeignet ist.
Nicht unbedingt. On-Chain-Daten zeigen, dass die Aktivität im Ethereum-Ökosystem insgesamt stabil bleibt, aber sich die Struktur verändert: Hochfrequenz- und Niedrigwert-Transaktionen wandern zu Layer-2, während das Mainnet mehr für wertvolle Abrechnungen und sicherheitskritische Operationen genutzt wird. Die Menge an Stablecoin-Abrechnungen und Smart-Contract-Interaktionen bleibt hoch, nur aus Sicht des Mainnets wirkt es weniger überlastet.