Ethereum-Chain erlebt extreme Slippage-Vorfälle: Für 50,4 Millionen USDT erhielt man nur etwa 36.000 USD in AAVE. Aave betont, dass kein Sicherheitslücke vorliegt, und prüft zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Kürzlich kam es auf der Ethereum-Chain zu einem seltenen, großen Slippage-Ereignis. Ein Krypto-Wal versuchte, etwa 50,4 Millionen USDT in AAVE zu tauschen, erhielt jedoch nur rund 327 AAVE im Wert von etwa 36.000 USD, was einem plötzlichen Verlust von rund 50 Millionen USD entspricht.
On-Chain-Daten zeigen, dass die Transaktion auf dem Ethereum-Netzwerk innerhalb von etwa 30 Sekunden abgeschlossen wurde. Die Adresse zog zunächst ca. 50,4 Millionen USDT (tatsächlich aEthUSDT) aus dem Aave-Protokoll, um dann über das CoW Protocols Routing-System die Token zu tauschen.
Nach Abschluss der Transaktion wurden die Mittel in etwa 327 AAVE umgewandelt und wieder in das Aave V3-Protokoll eingezahlt, um in aEthAAVE-Assets umgewandelt zu werden. Aufgrund der enormen Differenz zwischen dem ursprünglichen Transaktionswert und den erhaltenen Token löste diese Transaktion eine breite Diskussion im Krypto-Markt aus.
Laut On-Chain-Transaktionsaufzeichnungen durchlief die Transaktion mehrere Liquiditätspools dezentraler Börsen, darunter Uniswap V3 und SushiSwap.
Da das Transaktionsvolumen die verfügbare Marktliquidität deutlich überstieg, verursachte die Ausführung des Auftrags extreme Preisimpulse. Der Slippage lag letztlich bei über 99 %, sodass Vermögenswerte im Wert von 50 Millionen USD nur noch in geringen Mengen in AAVE umgewandelt wurden.
In DeFi-Märkten werden solche Situationen meist schnell von Arbitrage-Bots erkannt. Bei großen Preisabweichungen zwischen Transaktions- und Marktpreis nutzen Arbitrage-Trader die Liquiditätspools sofort für Gegenhandel, um die Differenz in Profit umzuwandeln.
Nach Abschluss dieser Transaktion wurden große Wertdifferenzen rasch von Marktteilnehmern und Routing-Systemen ausgeglichen, was den Wertverlust der Transaktion nahezu unrettbar machte.
Stani Kulechov, Gründer von Aave, erklärte auf der Plattform X, dass die Transaktion über das in Aave integrierte CoW Swap Routing-System ausgeführt wurde und keine Protokolllücke oder bösartige Attacke vorlag.
Bildquelle: X/@StaniKulechov Gründer Stani Kulechov erklärt, dass die Transaktion über das Aave-Interface mit CoW Swap Routing-System durchgeführt wurde, ohne dass es Sicherheitslücken oder Angriffe gab.
Er betonte, dass aufgrund der außergewöhnlich großen Ordergröße das System vor der Ausführung eine klare Warnung vor „extremem Slippage“ ausgegeben und den Nutzer aufgefordert habe, die Risiken manuell zu bestätigen, um die Transaktion fortzusetzen.
Laut Kulechov bestätigte der Nutzer auf einem Mobilgerät die Risikohinweise und schloss die Transaktion ab. Mit anderen Worten: Das System hatte vor der Ausführung deutlich auf mögliche Preisimpulse hingewiesen, der Trader entschied sich jedoch, die Transaktion trotzdem durchzuführen.
Aave-Ingenieur Martin Grabina wies ebenfalls darauf hin, dass das Kernproblem nicht die Slippage-Einstellung sei, sondern der enorme Einfluss der Order auf den Preis. Vor der Ausführung wurde bereits angezeigt, dass 50 Millionen USDT nur etwa 140 AAVE ergeben würden, was bedeutet, dass die Order bei Einreichung äußerst ungünstig war.
Das Aave-Team betonte, dass trotz des äußerst ungünstigen Ergebnisses das System gemäß Design funktionierte und keine Sicherheitslücke oder Systemfehler vorliegen. CoW Protocol wies ebenfalls darauf hin, dass derzeit keine Hinweise auf Angriffe oder Systemstörungen bestehen. Um Nutzerverluste zu minimieren, plant Aave, die Adresse der Transaktion zu kontaktieren und etwa 600.000 USD an Transaktionsgebühren zurückzuzahlen.
Die Branche ist sich einig: Bei großen Transaktionen auf dezentralen Börsen besteht die Gefahr, dass unaufgeteilte Orders oder fehlende professionelle Strategien zu erheblichen Preisimpulsen führen. Professionelle Trader teilen große Orders meist in mehrere kleinere auf oder nutzen algorithmische Handelssysteme, um den Markt zu schonen.
Dieses Ereignis gilt auch als eines der größten Slippage-Vorfälle in der DeFi-Geschichte. Mit zunehmender Nutzung des Aave-Protokolls kündigt das Team an, mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen, um die Risiken extremer Operationen für Nutzer zu verringern, während die Dezentralisierung und Flexibilität des Handels gewahrt bleiben.