Tencent hat heimlich die AI-Fähigkeitenplattform SkillHub gestartet, bei der alle 13.000 Skill-Pakete des offiziellen Marktplatzes OpenClaw ClawHub vollständig integriert wurden, ohne die Entwickler vorher zu informieren. OpenClaw-Gründer Peter Steinberger (@steipete) kritisierte öffentlich auf X, dass Tencent massiv Serverressourcen verbraucht und seine Serverkosten auf fünfstellige Dollarbeträge treibt.
(Vorgeschichte: Nach dem Erfolg von OpenClaw: Eine Open-Source-Garnele, die welche US-Aktien bewegt hat?)
(Hintergrund: Schon wieder umbenannt! Moltbot (ehemals Clawdbot) heißt jetzt „OpenClaw“ und bringt vier große Updates, insbesondere in Sachen Sicherheit)
Am 12. März postete ein Nutzer auf X einen Screenshot, der zeigt, dass Tencent eine Plattform namens SkillHub gestartet hat, auf der alle Skill-Pakete vom offiziellen Marktplatz ClawHub massenhaft synchronisiert wurden, inklusive Aufnahme der Aufzeichnungen.
@steipete Weißt du, dass Tencent eine SkillHub erstellt hat, die alle Skills von ClawHub kopiert und in die eigene Plattform importiert hat? pic.twitter.com/hHNLZMsWPG
— SnowShadow (@Alfredxia) 12. März 2026
OpenClaw-Gründer Peter Steinberger antwortete sofort auf X und warf Tencent vor: „Ich habe eine E-Mail erhalten, in der sich jemand beschwerte, dass meine Ratenbegrenzung sie beim Crawlen behindert. Sie kopieren, unterstützen das Projekt aber null.“ Er richtete direkt an den offiziellen Account von Tencent Hunyuan (@TencentHunyuan) und fragte: „Könnt ihr bitte unterstützen, anstatt meine Serverkosten auf fünfstellige Beträge zu treiben?“
Der offizielle Tencent AI-Account (@TencentAI_News) reagierte sehr gelassen und erklärte, dass der eigene SkillHub in der ersten Woche 180 GB Traffic (870.000 Downloads) verzeichnete, während tatsächlich nur 1 GB vom offiziellen ClawHub-Source gezogen wurde. Dadurch wurde die Upstream-Bandbreite um etwa 99,4 % reduziert.
Tencent betonte außerdem, dass stets Quellenangaben zu ClawHub gemacht werden und das Team selbst aktive Beitragende bei OpenClaw sind, die gerne „bessere Sponsoren“ sein möchten.
Nutzer Justineo (@_justineo) nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb: „Tencent hat deine Upstream-Bandbreite um 99,4 % gesenkt. Was brauchst du noch an Unterstützung?“
Auf diese Erklärung reagierte Steinberger skeptisch. Er sagte, rechtliche Konformität sei eine Sache, aber „Höflichkeit“ eine andere. Tencent hätte das SkillHub auch als offiziellen fünften Spiegelserver aufbauen können, der bidirektional synchronisiert und Statistiken austauscht, sodass beide Ökosysteme profitieren. Das hätte aber eine vorherige Kommunikation erfordert, nicht einfach das Projekt zu kopieren.
Hinter diesem Streit steckt ein bekannter Hintergrund: Das Mirror-Open-Source-Paket-Hosting ist in der chinesischen Entwickler-Community sehr üblich. npm, PyPI, Docker Hub haben dort große lokale Spiegel, die meist ohne vorherige Genehmigung genutzt werden. Aus dieser Perspektive ist Tencents Vorgehen nicht ungewöhnlich, aber Steinberger hat bereits bei einem weltweit bekannten Tech-Unternehmen um geschäftliche Höflichkeit gebeten: Man sollte als Partner behandelt werden, nicht erst reagieren, wenn die Sache öffentlich wird.