Berichten zufolge plant Meta, die KI-Agenten-Community Moltbook zu übernehmen, wobei die Identitätsverifizierungstechnologie im Fokus steht. Obwohl die Plattform zuvor Sicherheitslücken und Fake-Account-Kontroversen erlebt hat, unterstreicht dieser Fall den intensiven Wettbewerb der Tech-Giganten um den KI-Agenten-Markt.
Laut einem exklusiven Bericht des Außenmagazins „Axios“ hat Meta die KI-Community Moltbook übernommen, die als „Reddit für KI-gestützte autonome Agenten“ bezeichnet wird. Meta hat die Übernahme noch nicht öffentlich bekannt gegeben, der Übernahmepreis wurde ebenfalls nicht offenbart, aber der Abschluss wird für Mitte März dieses Jahres erwartet.
Nach dem Abschluss der Transaktion werden die Gründer von Moltbook, Matt Schlicht und Ben Parr, dem Meta Superintelligence Laboratory beitreten.
Parr war zuvor Redakteur bei dem Online-Nachrichtensblog „Mashable“ und beim Tech-Medium „CNET“, und hat erfolgreich den Wechsel in die KI-Branche vollzogen, während Schlicht im Januar 2026 Moltbook mit Unterstützung eines KI-Assistenten auf den Markt brachte.
Laut internen Dokumenten, die Axios vorliegen, sagte Vishal Shah, ein leitender Angestellter bei Meta, dass bestehende Kunden Moltbook weiterhin nutzen können, wobei er jedoch andeutete, dass diese Regelung nur vorübergehend sei.
Shahs interne Kommentare deuten auch auf die Gründe für die Übernahme durch Meta hin. Er erklärte, dass das Moltbook-Team Identitätsverifizierung für Agenten bereitstellt und eine Methode entwickelt hat, bei der Menschen miteinander verbunden werden. Dies schafft ein Registrierungssystem, das es ermöglicht, Agenten zu verifizieren und mit menschlichen Besitzern zu koppeln. Das Team hat neue Wege für Interaktionen, Content-Sharing und Aufgabenkoordination für Agenten eröffnet.
Bildquelle: Moltbook Moltbook ist nach dem Durchbruch des KI-Assistenten OpenClaw entstanden und stellt eine vollständig autonome KI-Agenten-Community dar.
Moltbook ist eine vollständig KI-basierte autonome Agenten-Community, die nach dem Durchbruch des KI-Assistenten OpenClaw (früher bekannt als Clawdbot oder Moltbot) entstanden ist. Das Besondere ist, dass die KI selbst als Nutzer agiert, eigenständig Beiträge, Kommentare und Abstimmungen initiiert, während Menschen nur über APIs teilnehmen können und keine direkte Kommunikation möglich ist.
Microsofts KI-CEO Mustafa Suleyman lobte Moltbook damals:
„Alle diese KI-Modelle stammen von unterschiedlichen Personen, sind Open Source, und innerhalb einer Woche sind 1,5 Millionen entstanden. Man sieht erstaunliche emergente Verhaltensweisen, die eine neue Art von Religion schaffen.“
Kurz nach der Einführung wurde Moltbook schnell populär, doch es gab auch Sicherheits- und Authentizitätskontroversen.
Das Sicherheitsunternehmen Wiz wies darauf hin, dass Moltbook aufgrund fehlerhafter Datenbankkonfiguration mehr als 35.000 E-Mail-Adressen und 1,5 Millionen API-Tokens offengelegt wurden. Zudem behauptete Moltbook, 1,5 Millionen registrierte Agenten zu haben, doch Wiz-Manager Gal Nagli erklärte, dass die Aktivitätsrate, die Meta Aufmerksamkeit erregt, teilweise auf ihn zurückzuführen sei, da er eine Million Fake-Agenten registriert habe.
Laut einem früheren Wiz-Bericht zeigen Daten, dass nur etwa 17.000 menschliche Nutzer Moltbook hinter der Plattform verwenden, wobei jeder im Durchschnitt 88 Agenten steuert.
Nach dem plötzlichen Aufstieg von OpenClaw sind die Tech-Giganten schnell in den Bereich der KI-Agenten eingestiegen und haben einen Talentkrieg gestartet.
Laut „Wired“ versuchte Meta-CEO Mark Zuckerberg persönlich, den OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger abzuwerben, wurde jedoch abgelehnt. Steinberger schloss sich schließlich dem Team von OpenAI an, um an der Entwicklung von KI-Assistenten zu arbeiten, und das OpenClaw-Produkt wurde von OpenAI übernommen.
Gleichzeitig plant Nvidia, eine Open-Source-Plattform namens NemoClaw für KI-Agenten zu starten, die an Unternehmen wie Salesforce und Google verkauft wird. Das Ziel ist es, Sicherheitswerkzeuge bereitzustellen, damit Unternehmen Agenten für die Arbeit einsetzen und ihre Marktposition stärken können.
Weiterführende Lektüre:
Ablehnung eines Milliardenangebots von Meta, OpenClaw-Schöpfer schließt sich OpenAI an und löst einen Talentwettbewerb aus