Öl steigt während des Krieges stark an, warum bewegt sich Gold kaum?

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Geopolitische Konflikte führen in der Regel zu einem starken Anstieg des Goldpreises. Dieses Muster hat sich in der Finanzgeschichte über Jahrzehnte hinweg wiederholt. Der aktuelle Krieg hat jedoch eine andere Marktreaktion hervorgerufen. Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche aggressiv gestiegen, während Gold sich nur moderat bewegte, obwohl die Spannungen im Nahen Osten zugenommen haben.

Die Ölpreise sind in der letzten Woche um etwa 34,5 % gestiegen. Gold hat im gleichen Zeitraum etwa 2,3 % gewonnen. Diese Divergenz hat die Aufmerksamkeit der Marktbeobachter auf sich gezogen, da Gold traditionell als Krisenabsicherung bei geopolitischem Stress gilt.

Ein Analyst, der die Situation genau untersucht hat, ist Shanaka Anslem Perera. Seine Erklärung konzentriert sich darauf, wie Ölschocks gleichzeitig den Dollar, die Inflationserwartungen und die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussen.

Shanaka Anslem Perera argumentiert, dass die aktuelle Divergenz zwischen Öl und Gold einem Muster folgt, das bei früheren Energie-Schocks aufgetreten ist. Öl reagiert in der Regel zuerst, wenn es zu Versorgungsausfällen im Nahen Osten kommt. Die Energieversorgung beeinflusst den Transport, die Produktion und die Lebensmittelversorgung weltweit.

Ölpreisspitzen führen oft zu einer erhöhten globalen Nachfrage nach dem US-Dollar, da Rohöl hauptsächlich in Dollar gehandelt wird. Eine stärkere Dollar-Nachfrage kann auch während geopolitischer Krisen Druck auf Gold ausüben.

Perera erklärt, dass der Markt daher gleichzeitig zwei widersprüchliche Kräfte erfährt. Kriegrisiko treibt den Goldpreis normalerweise nach oben. Ein stärkerer Dollar und höhere Zinsserwartungen begrenzen jedoch die Geschwindigkeit, mit der Gold steigen kann.

Diese Interaktion schafft, so Perera, die erste Phase eines Ölschocks. Öl steigt stark an, wenn die Märkte auf Versorgungssrisiken reagieren. Gold steigt moderat, bis der Inflationsdruck in der Wirtschaft deutlicher sichtbar wird.

Historische Ölschocks zeigen, dass Gold später während Perioden struktureller Inflation steigen kann

Perera vergleicht die aktuelle Situation mit früheren Energiekrisen im Nahen Osten. Das Öl-Embargo von 1973 ist ein deutliches Beispiel. Während des Embargos vervierfachten sich die Ölpreise, da die Versorgung weltweit zusammenbrach.

Gold stieg während des Embargos selbst nicht explosionsartig an. Die Preise erhöhten sich in der Anfangsphase der Krise um etwa 6 %. Der größere Anstieg erfolgte später, als die Inflation tief in die globale Wirtschaft eingedrungen war. In den folgenden zwölf Monaten stieg Gold um etwa 73 %.

Der Golfkrieg von 1990 führte zu einem anderen Ergebnis. Während der Invasion Kuwaits verdoppelte sich der Ölpreis. Gold stieg während des Konflikts um etwa 6 %. Nach dem schnellen Ende des Krieges und dem Verschwinden der Versorgungssorgen brachen die Ölpreise wieder ein.

Die Dauer spielte in beiden Fällen eine entscheidende Rolle. Eine langanhaltende Störung führte 1973 zu anhaltendem Inflationsdruck. Ein kurzer Konflikt ermöglichte es den Energiemärkten, sich 1990 schnell zu stabilisieren.

Ölversorgungsschock im Zusammenhang mit Hormuz-Störung könnte den nächsten Schritt bei Gold bestimmen

Der aktuelle Konflikt dreht sich um Schifffahrtsrisiken in der Nähe des Hormuz-Straßensystems, einer der wichtigsten Öltransitrouten der Welt. Der Tankerverkehr hat sich verlangsamt, nachdem Versicherer und Rückversicherer das Risiko in der Region neu bewertet haben.

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Versicherung für den Seetransport ist wichtig, weil Schiffe ohne finanziellen Schutz nicht durch risikoreiche Gebiete fahren können. Rückversicherer treffen ihre Entscheidungen auf Basis langfristiger Risikomodelle, nicht kurzfristiger politischer Ereignisse.

Die Futures-Märkte für Öl scheinen eine Störung von 30 bis 60 Tagen zu erwarten. Perera glaubt, dass der Mechanismus, der mit der Versicherungsdeckung verbunden ist, die Störung verlängern könnte, wenn Versicherer vorsichtig bleiben.

Gold befindet sich daher möglicherweise noch in der frühen Phase des Musters, das bei früheren Ölschocks beobachtet wurde. Die Ölpreise signalisieren bereits einen Versorgungsschock. Die Goldpreise deuten jedoch noch darauf hin, dass die Märkte erwarten, dass die Störung schnell vorübergeht.

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