
Der Money Flow Index (MFI) ist ein technischer Indikator, der Preis und Handelsvolumen kombiniert, um den Kauf- und Verkaufsdruck zu messen. Seine Werte bewegen sich zwischen 0 und 100. Der MFI wird häufig genutzt, um überkaufte oder überverkaufte Marktphasen zu erkennen und potenzielle Trendwenden anhand von Divergenzen zu signalisieren.
Als sogenannter Oszillator lässt sich der MFI wie eine Skala zwischen 0 und 100 visualisieren. Hohe Werte stehen für starken Kaufdruck, niedrige Werte für starken Verkaufsdruck. Im Gegensatz zum RSI, der nur den Preis betrachtet, fließt beim MFI das Handelsvolumen mit ein. Dadurch reagiert er direkter auf tatsächliche Kapitalbewegungen bei einem Asset.
Die Grundlogik des MFI besteht darin, zunächst den „Money Flow“ jeder Kerze zu bestimmen und anschließend das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsdruck zu vergleichen. Es ist wichtiger, den Ablauf zu verstehen, als Formeln auswendig zu lernen.
Schritt 1: Den „typischen Preis“ berechnen. Das ist der Durchschnitt aus Hoch, Tief und Schlusskurs einer Kerze und stellt den zentralen Preis dar.
Schritt 2: Den „Money Flow“ berechnen. Multiplizieren Sie den typischen Preis mit dem Handelsvolumen der jeweiligen Kerze, um den Money Flow-Wert zu erhalten.
Schritt 3: Die Richtung bestimmen. Ist der typische Preis einer Kerze höher als der des vorherigen Zeitraums, zählt dies als positiver Money Flow, andernfalls als negativer Money Flow. Mehr zu Candlestick-Charts.
Schritt 4: Über einen festgelegten Zeitraum (meist 14 Perioden) werden positive und negative Money Flows aufsummiert, um das Money Flow-Verhältnis zu berechnen. Ein höheres Verhältnis zeigt eine stärkere Kaufdominanz.
Schritt 5: In einen MFI-Wert umrechnen. Mithilfe einer Standardformel wird dieses Verhältnis auf den Bereich 0–100 abgebildet, woraus die endgültige MFI-Kurve entsteht. Die meisten Charting-Tools erledigen diese Berechnung automatisch.
Typischerweise werden MFI-Signale anhand von Schwellenwerten, Wendepunkten und Divergenzen analysiert. Übliche Grenzwerte sind 80 und 20, bei volatilen Märkten nutzen manche Trader auch 70 und 30.
Verbleibt der MFI über 80, signalisiert das starken Kaufdruck und eine mögliche Überhitzung. Werte unter 20 zeigen starken Verkaufsdruck und potenziell überverkaufte Märkte. Diese Schwellenwerte sind Risikohinweise und keine automatischen Handelsauslöser.
Wendepunkte beziehen sich auf Richtungswechsel von hoch nach niedrig oder umgekehrt. Erreicht der Preis ein neues Hoch, der MFI aber nicht, kann diese Divergenz auf nachlassende bullische Dynamik hindeuten. Umgekehrt kann ein neues Preistief ohne neues MFI-Tief auf abnehmenden Verkaufsdruck deuten.
In Seitwärts- oder Konsolidierungsphasen kreuzt der MFI oft den Mittelwert (ca. 50), was zu unklaren Signalen führt. In solchen Fällen empfiehlt sich die Kombination mit Unterstützungs-/Widerstandsniveaus oder Trendlinien zur besseren Filterung.
Im Kryptohandel kann der MFI helfen, Einstiegszeitpunkte zu erkennen und das Risiko zu steuern, sollte aber nicht als alleiniges Signal zum Öffnen oder Schließen von Positionen dienen.
Bei Trendfolgestrategien kann ein Rücksetzer des MFI, der aber über 40–50 bleibt und dann wieder ansteigt, als Signal zum Aufstocken von Positionen dienen. In Seitwärtsmärkten können Erholungen nahe 20 oder Rückgänge nahe 80 – in Verbindung mit Range-Grenzen – für antizyklische Trades genutzt werden.
Beispiel: Im Gate-Candlestick-Chart für BTC/USDT im 4-Stunden-Zeitrahmen und MFI-Periode 14: Nähert sich der Kurs früheren Hochs, ohne dass der MFI ein neues Hoch erreicht, kann es sinnvoll sein, Gewinne mitzunehmen oder Stop-Losses enger zu setzen. Fällt der Kurs auf eine Unterstützung und der MFI dreht bei etwa 30 nach oben, kann ein kleiner Testeinstieg mit klarem Stop-Loss sinnvoll sein.
Der MFI ähnelt dem RSI, berücksichtigt aber zusätzlich das Handelsvolumen und betont so das Zusammenspiel von Preis und Volumen. Dadurch ist der MFI besonders sensibel bei Ausbrüchen mit hohem Volumen oder Rücksetzern mit geringem Volumen.
Im Vergleich zum OBV (On-Balance Volume), der das Volumen auf Basis der Preisrichtung aufsummiert und so eine kumulierte Volumenlinie bildet, gewichtet der MFI für jede Periode „Preis x Volumen“ und normalisiert anschließend auf 0–100. Damit eignet er sich besonders für Schwellenwertanalysen und das Erkennen von Divergenzen. Beide Indikatoren können zur Bestätigung gemeinsam verwendet werden.
Ein häufiger Fehler ist, den MFI-Indikator als alleiniges Kauf- oder Verkaufssignal zu verwenden. Überkaufte Zustände bedeuten nicht zwangsläufig eine sofortige Umkehr, denn in starken Trends kann der MFI längere Zeit hoch bleiben.
Bei Tokens mit geringer Liquidität können große Trades das Volumen verzerren und zu unzuverlässigen MFI-Werten führen. Die Signale sind auf neuen oder wenig gehandelten Paaren weniger aussagekräftig.
Außerdem berechnen verschiedene Plattformen das Volumen unterschiedlich; beim Vergleich börsenübergreifend ist Vorsicht geboten. Jede MFI-basierte Strategie sollte Stop-Losses und Positionsgrößenbegrenzungen zur Risikobegrenzung enthalten.
Der MFI entfaltet sein volles Potenzial in Kombination mit Trendfiltern und Werkzeugen zur Kursstrukturanalyse. Nutzen Sie gleitende Durchschnitte zur Trendbestimmung, Unterstützungs-/Widerstandsniveaus für den Kontext und den MFI für das Timing der Einstiege.
Auf Gate empfiehlt sich in volatilen Märkten die Kombination mit 20/50-Perioden-Durchschnitten sowie die Bestätigung von Volatilitätszonen durch Trendlinien oder Bollinger Bänder. Bei Divergenzen im MFI sollten Candlestick-Muster oder Volumenbalken zur Bestätigung herangezogen werden. Platzieren Sie Stop-Loss-Limit-Orders außerhalb wichtiger Strukturpunkte, um das Risiko zu steuern.
Schritt 1: Melden Sie sich bei Ihrem Gate-Konto an, öffnen Sie das Chart des gewünschten Handelspaars und wählen Sie den gewünschten Zeitraum (z. B. 1 Stunde oder 4 Stunden).
Schritt 2: Suchen Sie im „Indikatoren“-Menü nach „MFI“ und fügen Sie ihn Ihrem Chart hinzu. Die Standardperiode ist in der Regel 14 – diese Einstellung kann zunächst beibehalten werden.
Schritt 3: Passen Sie die Parameter an die Volatilität und Ihren Handelsstil an. Bei hoher Volatilität können Sie beispielsweise die Schwellen auf 70/30 setzen oder die Periode von 14 auf 20 erhöhen, um das Rauschen zu verringern.
Schritt 4: Legen Sie Alarme für wichtige Kursniveaus und Zeitrahmen fest oder verwenden Sie MFI-Schwellen als Trigger in Ihrer Strategie, zusammen mit vorab definierten Stop-Loss- und Take-Profit-Orders.
Schritt 5: Testen Sie Ihre Regeln zunächst mit kleinen Positionen oder im Paper Trading, dokumentieren Sie Muster und erhöhen Sie das Engagement schrittweise mit wachsender Beständigkeit.
Auf kurzen Zeitrahmen (1–5 Minuten) reagiert der MFI empfindlicher, ist aber auch anfälliger für Fehlsignale. Verlängern Sie in diesem Fall die Periode auf 14–20 oder setzen Sie die Schwellen von 80/20 auf 85/15, um stärkere Filter zu erhalten.
Für mittlere Zeitrahmen (1–4 Stunden) empfiehlt sich Periode 14 mit Schwellen von 80/20 oder 70/30 für ein ausgewogenes Verhältnis von Effizienz und Stabilität. In starken Trends empfiehlt sich die Kombination mit gleitenden Durchschnitten, um Gegensignale herauszufiltern.
Bei Small-Cap- oder illiquiden Tokens erhöhen Sie die Periode oder die Schwellen, um Fehlsignale durch Volumenspitzen zu minimieren. Bei großen Werten wie BTC oder ETH reichen meist die Standardeinstellungen aus.
Der MFI kombiniert Preis und Volumen auf einer Skala von 0 bis 100 – ideal zur Erkennung von überkauften/überverkauften Phasen und Divergenzen, aber nicht als alleiniger Ein- oder Ausstiegstrigger zu empfehlen. Die Berechnung erfolgt über typischen Preis, Money Flow-Verhältnis und anschließende Normalisierung. Die besten Ergebnisse erzielen Sie durch die Kombination mit Trendanalyse, strukturellen Levels und konsequentem Risikomanagement. Folgen Sie auf Gates Charts der Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung und Anpassung – setzen Sie Stop-Limit-Orders und Alarme, bevor Sie Ihr Handelsvolumen erhöhen. Behalten Sie stets Liquiditätsunterschiede und Datenrauschen im Blick und vermeiden Sie Überoptimierung sowie All-in-Positionen.
Nein, nicht zwangsläufig. Der MFI zeigt zwar Extremwerte (>80 oder <20) an, aber der Preis kann nach solchen Signalen weiterhin in die gleiche Richtung laufen. Viele Einsteiger eröffnen sofort Gegentrades und geraten dadurch in ungünstige Marktbewegungen. Die richtige Vorgehensweise ist, den MFI mit Unterstützungs-/Widerstandsniveaus und Candlestick-Formationen zu kombinieren – warten Sie auf eine bestätigte Umkehr, bevor Sie handeln, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Jede Börse berechnet den MFI auf Basis eigener Echtzeitdaten zu Preis und Volumen. Unterschiede in Liquidität und Handelsvolumen zwischen Plattformen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beispielsweise können die Handelsvolumina auf Gate von denen anderer Börsen abweichen, was zu abweichenden MFI-Werten führt. Es empfiehlt sich, einen Vermögenswert konsequent auf einer Plattform zu verfolgen, um konsistente Daten und zuverlässige Indikatorwerte zu erhalten.
Die Aussagekraft des MFI kann bei extremen Marktereignissen abnehmen, da das Handelsvolumen ungewöhnlich stark ansteigen kann – der Indikator erreicht dann schnell Extremwerte, während der Preis weiterläuft. Bei Black-Swan-Ereignissen oder plötzlichen, nachrichtengetriebenen Bewegungen (positiv oder negativ) kann der MFI irreführende Signale liefern. In solchen Situationen sollten Sie sich stärker auf zentrale Unterstützungs-/Widerstandsniveaus und Fundamentaldaten konzentrieren und erst nach Beruhigung der Volatilität wieder auf Standardindikatoren setzen.
Beide Indikatoren haben unterschiedliche Schwerpunkte. OBV verfolgt das kumulierte Volumen ausschließlich anhand der Preisrichtung und eignet sich besonders zur Identifikation langfristiger Trends – ideal für Einsteiger. Der MFI bezieht Preis und Volumen gemeinsam ein und ist dadurch sensibler für frühe Veränderungen im Kauf- und Verkaufsdruck. Anfänger sollten zunächst mit dem MFI arbeiten und OBV später als zusätzlichen Filter zur Signalbestätigung nutzen.
Der MFI-Indikator kann als Balken- oder Liniendiagramm angezeigt werden. Rote Balken zeigen den Netto-Kapitalzufluss im jeweiligen Zeitraum (starker Kaufdruck), während grüne Balken den Netto-Kapitalabfluss (starker Verkaufsdruck) darstellen. Werte über 50 signalisieren eine Dominanz der Käufer, Werte unter 50 eine Dominanz der Verkäufer. Anhand von Höhe und Farbe der Balken lässt sich das Marktsentiment schnell erfassen: Höhere rote Balken stehen für verstärkte Käuferaktivität und eine höhere Wahrscheinlichkeit steigender Preise – und umgekehrt.


